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Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber

Laut Paragraf 185a SGB IX sollen flächendeckend und trägerunabhängig sogenannte 'Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber' eingerichtet werden. Der Paragraf ist am 1. Januar 2022 in Kraft getreten. 

Die Gesetzesgrundlage wurde im Rahmen des Teilhabestärkungsgesetzes geschaffen. Sie entspricht dem Wunsch von Arbeitgebenden nach einer unabhängigen Informations- und Beratungsmöglichkeit zu Fragen bei der Ausbildung von Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung. Finanziert werden die Ansprechstellen als begleitende Hilfe im Arbeitsleben aus Mitteln der Ausgleichsabgabe.

Je nach Bundesland werden die 'Einheitlichen Ansprechstellen' bei unterschiedlichen Trägern angesiedelt. Für die Einrichtung der Stellen sind die Integrationsämter/Inklusionsämter zuständig. Sie sollen die Integrationsfachdienste oder andere geeignete Träger beauftragen, als 'Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber' tätig zu werden. Neben den Integrationsfachdiensten sind dabei die Kammern im Gespräch und andere Dienstleistungsnetzwerke, die im Auftrag der Integrationsämter/Inklusionsämter gute Kontakte zu Arbeitgebenden aufgebaut haben. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) hat Empfehlungen zu den Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber erarbeitet.

Die Ansprechstellen befinden sich noch in der Ausschreibungs- und Gründungsphase. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) richtet im Verlauf des Jahres 2022 eine Webseite ein, über die nach bereits benannten Einheitlichen Ansprechstellen gesucht werden kann.

Unter der Telefonnummer 0800 9040001 stehen bereits Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Bayern zur Verfügung.

Aufgaben und Ausgestaltung der Ansprechstellen für Arbeitgeber

Im Paragraf 185 SGB IX werden die Aufgaben und die geplante Ausgestaltung der Ansprechstellen formuliert:

Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber informieren, beraten und unterstützen Arbeitgebende bei der Ausbildung, Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen.

Die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber werden als begleitende Hilfe im Arbeitsleben aus Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert. Sie haben die Aufgabe,

  • Arbeitgebende anzusprechen und diese für die Ausbildung, Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen zu sensibilisieren,
  • Arbeitgebenden als trägerunabhängiger Lotse bei Fragen zur Ausbildung, Einstellung, Berufsbegleitung und Beschäftigungssicherung von schwerbehinderten Menschen zur Verfügung zu stehen und
  • Arbeitgebende bei der Stellung von Anträgen bei den zuständigen Leistungsträgern zu unterstützen.

Die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber sind flächendeckend einzurichten. Sie sind trägerunabhängig.
Die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber sollen

  • für Arbeitgebende schnell zu erreichen sein,
  • über fachlich qualifiziertes Personal verfügen, das mit den Regelungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen sowie der Beratung von Arbeitgebenden und ihren Bedürfnissen vertraut ist
  • sowie in der Region gut vernetzt sein.

Beauftragung durch die Integrationsämter/Inklusionsämter

Die Integrationsämter/Inklusionsämter beauftragen die Integrationsfachdienste oder andere geeignete Träger, als Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber tätig zu werden. Die Integrationsämter/Inklusionsämter wirken darauf hin, dass die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber flächendeckend zur Verfügung stehen und mit Dritten, die aufgrund ihres fachlichen Hintergrunds über eine besondere Betriebsnähe verfügen, zusammenarbeiten.