Projektart: Eigenprojekt
Beschreibung / Inhalte
Gerade für sie sind "Vorfeldmaßnahmen" zur Berufsförderung bereits in der Phase II der kardiologischen Rehabilitation angezeigt, um unnötigen und kontraproduktiven Verzögerungen im Ablauf der beruflichen Wiedereingliederung vorzubeugen. Allerdings ist unklar, ob auch psychologische Leistungsdiagnostik, Berufsfindung und Arbeitserprobung bereits während der kardiologischen AHB sinnvoll sind; denn die emotionale Krankheitsbewältigung könnte in manchen Fällen noch nicht so weit fortgeschritten sein, dass die notwendige Motivation und adäquate innere Distanzierung vom Erkrankungsereignis vorhanden wären.
In der Fachklinik, in der die dargestellte Pilotstudie durchgeführt wurde, werden bereits seit zehn Jahren neben den medizinischen Befunden zum positiven und negativen Leistungsbild bei entsprechenden Fragestellungen leistungspsychologische Testbefunde in die sozialmedizinischen Empfehlungen aufgenommen; zudem besteht bei absehbarer Notwendigkeit beruflicher Neuorientierung bzw. Zusatzqualifizierung seit knapp zwei Jahren noch während der AHB die Möglichkeit zur ein- bis zweitägigen beruflichen Orientierung und praktischen Erprobung in einem Berufsförderungswerk.
In einer Pilotphase haben bislang n=21 weibliche und männliche Rehabilitanden dies letztere Angebot in Anspruch genommen. Alle absolvierten eine kardiologische AHB im Rahmen der Arbeiterrentenversicherung, n=12 nach (konservativ therapiertem) Herzinfarkt, n=3 nach ACVB, n=2 nach Herzklappen-Operation und n=4 nach entzündlicher Herzmuskelerkrankung. Das Alter bei AHB erstreckte sich von 25 bis 54 Jahren (n=41,5 J.). Bei allen waren aus unterschiedlichsten Gründen gravierende Wiedereingliederungsprobleme zu erwarten. Bei n=15 liegt die AHB so weit zurück, dass Aussagen zu den mittelfristigen Effekten der berufsbezogenen Interventionen während der stationären kardiologischen Rehabilitation nach 6 Monaten bzw. einem Jahr und mehr möglich sind.
Diese ersten Befunde bekräftigen die Aussagen der Reha-Kommission Berufsförderung des VDR: Hiernach kann ein Verfahren der Berufsförderung bei bestmöglicher Nutzung der Ressourcen einer Rehabilitationsklinik durchaus "noch während der medizinischen Rehabilitation soweit vorangetrieben werden, dass nach der Heilbehandlung nur noch Routinearbeiten zu erledigen sind" (1997, 71). Es zeigt sich, dass unter Umständen auf einen Zeitraum von nur wenigen Wochen begrenzt werden kann, was sich sonst über Monate und Jahre hinziehen würde.
Da die Befunde des Pilotprojekts sehr ermutigend sind, ist bereits eine größer angelegte prospektive Kontrollgruppenuntersuchung dieses Wegs der rehabilitandenangepaßten Beschleunigung der beruflichen Reintegration konzipiert worden.
Hinweis: Die Informationen zu diesem Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.
Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.
Beginn:
01.01.1998
Abschluss:
31.12.2001
Fördernummer:
Schwerpunktförderprojekt
Kostenträger:
- Landesversicherungsanstalt (LVA) Rheinland-Pfalz (jetzt: Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz)
Projektleitung:
- Keck, Michael, Dr. med.
Mitarbeitende:
- Budde, Hans-Günter, Dr. phil. Dipl.-Psych. |
- Kallinke, Dieter, Dr. med. |
- Behrens, Johann Carnap, Prof. Dr. phil. habil.
Institutionen:
Landesversicherungsanstalt Rheinland-PfalzFachklinik für Herz- und Kreislaufkrankheiten
Berufsförderungswerk (BFW) Heidelberg GgmbH
Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg und Frankfurter Institut für SupervisionInstitutsberatung und Sozialforschung (ISIS)
Patient-adapted acceleration of professional reintegration following inpatient cardiological rehabilitation supported by the pension scheme for workers - results of a pilot
Schlagworte:
- Anschlussheilbehandlung |
- Berufliche Orientierung |
- Berufliche Rehabilitation |
- Berufliche Wiedereingliederung |
- Berufsbezogene Therapie |
- Berufsförderungswerk |
- Berufswahl |
- Kardiologische Rehabilitation |
- Medizinisch-berufliche Rehabilitation |
- Medizinische Leistung |
- Neuorientierung |
- Rehabilitand / Rehabilitandin
Referenznummer:
R/FO2021
Informationsstand: 09.04.2020