Inhalt

Forschungsprojekt
Projektart: Gefördertes Projekt
Modellprojekt: Bildung im Arbeitsbereich - Lebenslanges Lernen in den sächsischen WfbM (LiAB)

Beschreibung / Inhalte

„Bildung entscheidet maßgeblich über die Chancen der Menschen, ihre individuellen Fähigkeiten zu entfalten, ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen sowie an der Gesellschaft teilzuhaben und sie mitzugestalten.“ (Die Bundesregierung, 2016: Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie).

Um die Chancen einer Beschäftigung für die Menschen mit Behinderungen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis zu erhöhen, sind weiterführende (Fort-) Bildungsmaßnahmen und Qualifizierungen nach den zwei Jahren des Berufsbildungsbereichs der Werkstätten, also lebenslang im Arbeitsbereich, zwingend erforderlich. Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg und nach der erfolgreichen Etablierung von PRAXISBAUSTEIN in Sachsen äußerten unsere MitarbeiterInnen in den Werkstätten zurecht den Wunsch, ähnliche zertifizierte Angebote im Arbeitsbereich zu erhalten. Das Projekt soll diesem Wunsch Rechnung tragen und wurde von Beginn an vom Freistaat Sachsen, im Konkreten dem Sozialministerium, unterstützt – inhaltlich sowie mit der Förderung über die Richtlinie Teilhabe.

1. Projektziel

Bildung im Arbeitsbereich der sächsischen Werkstätten wird derzeit individuell und eher kleinen Formaten (bspw. Informationsveranstaltungen) angeboten. Den Werkstätten selbst fehlt es an personellen sowie finanziellen Ressourcen und Strukturen resp. verbindlichen Rahmenbedingungen, um den Beschäftigten qualifizierte und zertifizierte Fort- oder Weiterbildungen anzubieten. Zudem bleibt offen, inwiefern Angebote zu zertifizierten Nachweisen führen, die auch für einen Arbeitgeber auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt relevant sind, d. h. über eine hausinterne Teilnahmebescheinigung hinausgehen.

Ziel des vorliegenden Projektes ist es, zu untersuchen, in welcher Form zertifizierte Bildungsangebote mit dauerhafter Qualität, welche auch eine Anschlussfähigkeit an vorhandene Kammerausbildungen aufweisen, in allen sächsischen Werkstätten für Menschen mit Behinderungen umgesetzt resp. angeboten werden können. Dies soll u. a. durch das Teilziel einer Handlungsempfehlung als Ergebnis erreicht werden.
In Summe verfolgt das Projekt das Ziel, auf dem Weg zur Umsetzung der UN-BRK einen Schritt weiter zu gehen und die Chancen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu verbessern, sowohl in den Werkstätten als auch zur Überführung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

2. Durchführung/Maßnahmen/Ablauf

Um das Projektziel zu erreichen, ist es im ersten Schritt notwendig, dass bestehende Angebote (innerhalb und außerhalb der Werkstätten) erfasst, be- und ausgewertet werden. Da der allgemeine Angebotsmarkt beruflicher Fort- und Weiterbildungen sehr groß ist, muss dieser auf die für Werkstätten relevanten Felder eingegrenzt werden. Hinzu kommt die Identifizierung wichtiger, notwendiger und marktrelevanter Inhalte.

Im zweiten Schritt ist zu klären, welche Maßnahmen im Rahmen der Werkstätten möglich sind, bzw. umgesetzt werden können. Dazu werden sächsische Werkstätten als Pilotwerkstätten in das Projekt eingebunden. Dabei wird darauf geachtet, dass die Werkstätten in ihrer Struktur divergieren (Anzahl Beschäftigte, (keine) Anwendung von Praxisbaustein im Berufsbildungsbereich, …), um eine spätere Adaption der Bildungsmaßnahmen in alle sächsischen Werkstätten zu gewährleisten.

Begleitet werden soll das Projekt von einem Beirat, welcher aus wichtigen Partnern (u. a. den Kammern) besteht, um von Beginn an die Qualität der Angebote sicherzustellen und die entsprechenden Voraussetzungen dafür zu klären. In Kooperation der LAG als Projektträger mit der Liga wird die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen den Vorsitz dieses Beirates übernehmen. Ein fester Sitz im Beirat wird dem Sprecherrat der Werkstatträte Sachsen, als Interessenvertretung der Zielgruppe, zugesprochen.

Ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal des geplanten Projektes stellt eine wissenschaftliche Begleitung dar. Diese dient der unabhängigen (neutralen) Beantwortung der Fragen zur Nachhaltigkeit, zur Wirtschaftlichkeit, zur Wirksamkeit sowie zu den Kosten.

Projektdaten

Beginn:

01.01.2022


Abschluss:

31.12.2024


Fördernummer:

21-5270/2/103

Kostenträger:

  • Landesdirektion Sachsen - Förderung der selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt

Projektleitung:

  • Jonaczyk, Marie

Institutionen:

LAG WfbM - Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Sachsen e.V.
Untere Aktienstraße 12
09111 Chemnitz
0157 83503027
E-Mail: marie.jonaczyk@wfbm-sachsen.de
Homepage: https://www.wfbm-sachsen.de

Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen
Homepage: https://liga-sachsen.de/

Referenznummer:

R/FO126076


Informationsstand: 19.09.2022