Inhalt

Forschungsprojekt
Projektart: Gefördertes Projekt Modellprojekt
L.IGA – Lichtenberger Initiative für Gesundheit und Arbeit

Beschreibung / Inhalte

Unerkannte und unbehandelte psychische Erkrankungen sind ein wesentliches Hemmnis der beruflichen und gesellschaftlichen Integration. Sie gehen einher mit hohen Zugangsschwellen zu therapeutischen Behandlungen. Die Betroffenen sind mit der Angebotsvielfalt überfordert, Regelinstrumente der SGB greifen nicht flexibel und adäquat genug, eine spezifische Betreuungsarbeit findet selten statt. Die Stabilisierung und Beschäftigungsaufnahme psychisch erkrankter Erwerbsloser erfordert: Fachkenntnisse der JC zur Identifikation der Zielgruppe, Verbesserte Zugänge und Schnittstellen ins Versorgungssystem, innovative Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie die Kooperation unterschiedlicher Fachkräfte.

Kernelemente des Projektes sind:
1. engmaschiges Coaching der Teilnehmenden durch interdisziplinäre Tandems aus Mitarbeitenden des Jobcenters und Trägern der psychosozialen Versorgung mit langjähriger Erfahrung in Zielgruppenarbeit zum Wissenstransfer. Die Coaches haben eine Koordinations-, Lotsen- und Begleitfunktion,
2. bedarfsorientierte Kombination von Angeboten der Regelleistungen und innovativen projektspezifischen Angeboten sowie
3. Aufbau eines Netzwerks „Gesundheit und Arbeit“ zum Abbau von Handlungsbedarfen, zur gesundheitlichen Stabilisierung sowie zur Heranführung an Beschäftigung
4. Kooperation mit einer Rehaklinik für psychisch Kranke sowie eine Vernetzung mit Fach- und Hausärzt*innen im Bezirk. Die Aufgaben der Klinik sind Diagnostik, Weiterleitung in Behandlung, Psychoedukation, Gruppenangebote sowie Schulungen der Fachkräfte im Projekt,
5. Heranführung an Beschäftigung und Arbeitsaufnahme durch individuelles Jobcoaching und Vernetzung mit Arbeitgebernetzwerken und
6. Einbindung einer/s Ex-In-Genesungsbegleiter*in als Mitarbeitende/n im Projekt sowie eine sozialraumorientierte Beratung zur Sicherung eines niedrigschwelligen Zielgruppenzugangs.

Eine freiwillige Teilnahme am Coaching ist für insgesamt 340 psychisch erkrankte Erwerbslose möglich, bei einer Verweildauer von ca. 18 Monaten und 2-wöchigen Terminen. Die Intensität, Zeitpunkt, Dauer und Inhalte der Betreuung erfolgen bedarfsgerecht.
Innovative Angebote sind zusätzlich die Bereitstellung eines Budgets für Primärprävention (Bewegung, Ernährung, Stress, Suchtmittelkonsum), erlebnispädagogische Angebote mit Gesundheitsförderung und Informationsveranstaltungen zum Thema Gesundheit/Beschäftigung.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt liefern ein Best-Practice-Konzept bzw. einen Leitfaden zu:
• Handlungsempfehlungen für die Zusammenarbeit der Akteure und Überwindung der Schnittstellenproblematik („Leistungen aus einer Hand“),
• individualisierte, bedarfsorientierte und kontinuierliche Unterstützung/ rechtskreisübergreifende Leistungserbringung,
• frühzeitige Intervention zur Herstellung von Beschäftigungsfähigkeit.

Ziel des Projektes sind die Verbindung unterschiedlicher Akteure der (psycho-) sozialen und medizinischen Versorgung, der Selbsthilfe sowie Akteuren der beruflichen Teilhabe zu einem rechtskreisübergreifenden Hilfesystem, um psychisch kranken Menschen die Verzahnung notwendiger medizinischer und (psycho-) sozialer Betreuung und beruflicher/ sozialer Teilhabe zu ermöglichen. Durch ein Netzwerk „Initiative für Gesundheit und Arbeit“ sollen Schnittstellen verbessert und Zugangshürden in die Versorgung der Zielgruppe abgebaut werden.

Projektdaten

Beginn:

01.02.2022


Abschluss:

31.07.2026


Fördernummer:

662Z0191X1

Kostenträger:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages; Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro“ (zweiter Förderaufruf)

ICF-Bezug des Projekts:

  • Die ICF wird genutzt, z. B. durch den Einsatz von ICF-basierten Instrumenten / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt

Projektleitung:

  • Renner, Katrin

Institutionen:

Jobcenter Berlin Lichtenberg
Gotlindestr. 93
10365 Berlin
Telefon: 030 5555 88 6120 E-Mail: katrin.renner@jobcenter-ge.de
Homepage: https://www.berlin.de/jobcenter-lichtenberg/

Projektpartner:
Weißenseer Integrationsbetriebe (WIB) GmbH
Pegasus GmbH
Albatros MVZ & RPK gGmbH

Referenznummer:

R/FO126034


Informationsstand: 23.02.2022