Beschreibung / Inhalte
Hintergrund:
Bei Patienten nach Schlaganfall und Schädel-Hirntrauma sind die Schnittstellen zwischen Akutbehandlung und Frührehabilitation sowie die differentielle Indikation von stationären und nicht-stationären Rehabilitationsmaßnahmen nach Erlangung der Selbständigkeit in Basisfertigkeiten des Alltags sind Gegenstand der aktuellen Diskussion. Die letztgenannte Schnittstelle werden untersucht.
Ziele und Fragestellungen:
Es ist nicht bekannt, ob die Ergebnisse teilstationärer Rehabilitationsmaßnahmen denen stationärer Behandlungen vergleichbar sind. In einer prospektive Längsschnittuntersuchung wird untersucht, ob bei Rehabilitanden nach Schlaganfall oder SHT, bei denen eine teilstationäre Rehabilitation unter rehabilitationsmedizinischen Gesichtspunkten in Betracht kommt, der Outcome nach stationärer vs. teilstationärer Rehabilitation vergleichbar oder unterschiedlich ist. Dabei werden regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit teilstationärer Rehabilitation zur Bildung vergleichbarer Gruppen genutzt.
Zielgrössen sind funktionelle Unabhängigkeit, Alltagskompetenz und Lebensqualität zu Reha-Beginn, Reha-Ende und 6 Monate nach Reha-Beginn.
Einflussgrößen sind u. a. Sozialstatus, Präferenz für Reha-Settings, motorische und neuropsychologische Behinderung.
Ergebnisse:
Bei 60 Schlaganfallpatienten ergaben sich in allen drei Vergleichsgruppen (teilstationäre bzw. stationäre Behandlung mit entsprechender Präferenz/Präferenz teilstationär, jedoch Behandlung stationär) signifikante positive Effekte hinsichtlich Alltagsfunktionen. Tendenziell gelingt es der Gruppe mit vom Setting abweichender Präferenz am wenigsten, das Besserungspotenzial auszuschöpfen. Die Lebensqualität (SF-36) verbesserte sich hinsichtlich körperlicher Funktionen und verschlechterte sich in sozialer, emotionaler und umfeldbezogener Hinsicht. Möglicherweise kommen hier Prozesse der Krankheitsverarbeitung zum Tragen, die im Verlauf der Rehabilitation zu einer realistischeren Sicht erreichbarer Kompetenzen führen. Die Gruppen unterscheiden sich im Zeitverlauf hinsichtlich der Lebensqualität nur in wenigen Bereichen. In der Gruppe mit abweichender Präferenz fällt der Zuwachs an wahrgenommener körperlicher Funktionsfähigkeit geringer aus, die allgemeine Gesundheitswahrnehmung sinkt sogar (SF-36).
Forschungsverbund Sachsen-Anhalt
Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.
Beginn:
01.01.2000
Abschluss:
30.06.2002
Kostenträger:
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
- Deutsche Rentenversicherung Bund