Projektart: Gefördertes Projekt Verbundprojekt Studie
Beschreibung / Inhalte
Hintergrund:
Größere Verzögerungen beim Übergang zwischen "medizinischer" und "beruflicher" Rehabilitation können die Eingliederung in das Erwerbsleben bei beruflichen "Risikopatienten" besonders gefährden. Diese werden weniger durch medizinische Schädigungen im engeren Sinn (impairments) indiziert als durch die eigene oder ärztliche Antizipation von Problemen bei der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben, die Anzahl der Krankentage innerhalb des vergangenen Jahres sowie ein erhöhtes Ausmaß an Angst oder Depressivität.
Ziele und Fragestellungen:
Bearbeitet wird die Frage, ob durch die Integration von "Vorfeldmaßnahmen zur beruflichen Rehabilitation" in die stationäre kardiologische Rehabilitation und die enge Kooperation von kardiologischer Rehabilitationsklinik und Berufsförderungswerk (BFW) eine Verbesserung der beruflichen Eingliederung solcher "Risikopatienten" zu erzielen sei. Die Maßnahmen umfassen Motivationsklärung zur beruflichen Reintegration und standardisierten Erhebung mentaler Rehabilitationspotentiale in der Klinik sowie eine ein- oder zweitägige berufliche Orientierung und praktische Erprobung (BOPE) in einem BFW von der Klinik aus.
Studiendesign:
In die prospektive Studie wurden zunächst konsekutiv N = 915 unter fünfzigjährige Patientinnen und Patienten in stationärer Anschlussheilbehandlung (AHB) aufgenommen. Am Tag nach der Anreise und kurz vor der Abreise wurden alle um die Bearbeitung verschiedener Fragebögen gebeten. Patienten mit nach eigener oder Arzt-Einschätzung sehr wahrscheinlich zu erwartenden Problemen bei der beruflichen Wiedereingliederung oder/und mit am AHB-Beginn klinisch relevanter Angst- oder/und Depressivitätssymptomatik nahmen innerhalb bestimmter, mit dem BFW zuvor abgestimmter Zeitfenster an der externen BOPE teil, nachdem zuvor in der Klinik die aktuelle Motivation zur beruflichen Reintegration erschlossen wurde und psychologische Leistungstests durchgeführt worden waren. Mittels Fragebogen wird 6 und 18 Monate nach AHB bei allen Patienten u. a. die berufliche Situation erhoben.
Ergebnisse:
An einer BOPE nahmen N = 60 (männliche) Risiko-Patienten bezüglich der beruflichen Reintegration teil. Die Nacherhebungen sind noch nicht völlig abgeschlossen. Sechs Monate nach AHB befindet sich jedoch aus der Gruppe der Patienten, bei denen der aufnehmende Arzt bereits bei AHB-Beginn maximale berufliche Reintegrationsprobleme erwartete, eine statistisch signifikant größere Anzahl der BOPE-Teilnehmern als der Nicht-BOPE-Teilnehmern im Erwerbsleben.
Hinweis: Die Informationen zu diesem Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.
Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.
Beginn:
01.09.1998
Abschluss:
31.07.2002
Kostenträger:
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
- Deutsche Rentenversicherung Bund
Projektleitung:
- Keck, Michael, Dr. med. |
- Budde, Hans-Günter, Dr. phil. Dipl.-Psych. |
- Kallinke, Dieter, Dr. med. |
- Behrens, Johann Carnap, Prof. Dr. phil. habil.
Institutionen:
Rehabilitationswissenschaftlicher Forschungsverbund Freiburg/Bad Säckingen
Drei-Burgen-Klinik
Fachklinik für Herz- und Kreislaufkrankheiten / Orthopädie
Zum Wacholder
55583 Bad Münster am Stein-Ebernburg
Berufsförderungswerk Heidelberg
ISIS
Keck, M. & Budde, H.G. (1998). Berufliche Wiedereingliederung und Nachsorgeverhalten von Patientinnen der Arbeiterrentenversicherung nach stationärer kardiologischer Rehabilitation. In Schuntermann, M.F., Schliehe, F. (Hrsg.). Interdisziplinarität und Vernetzung. DRV-Schriften, 11, 191-192.
Keck, M., Budde, H.G. & Hamerle, A. (1998). Neue Befunde zu Zusammenhängen zwischen klinisch-kardiologischen Routinedaten und der berufsbezogenen Entwicklung von Kardiologie-
Rehabilitanden der Arbeiterrentenversicherung. Praxis-
Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 42, 35-43.
Budde, H.G. & Keck, M. (1998). Patient-adapted acceleration of professional reintegration following inpatient cardiac rehabilitation. In Schuntermann, M.F. (Hrsg.). Improving Practice by Research. DRV-Schriften, 10, 582-583.
Budde, H.G. & Keck, M. (1999c). Vorfeldmaßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung in der stationären kardiologischen Anschlußheilbehandlung. Herz / Kreislauf, 31, 351-355.
Budde, H.G. (2000b). Psychische Faktoren oder Verhaltenseinflüsse bei andernorts klassifizierten Erkrankungen - Cardiologie ICD-10 F54. In Beiglböck, P., Feselmayer, S. & Honemann, E. (Hrsg.). Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung. Wien / New York, Springer.
Budde, H.G. & Keck, M. (2000). Sozialmedizinische und psychische Korrelate der beruflichen Reintegration unter fünfzigjähriger Patientinnen und Patienten nach stationärer kardiologischer Rehabilitation im Rahmen der Arbeiterrentenversicherung. In Schuntermann, M.F., Schliehe, F. (Hrsg.). Individualität und Reha-Prozess. DRV-Schriften, 20, 81-83.
Keck, M., Budde, H.G., Kallinke, D. & Behrens, J.C. (2000). Berufsbezogene Orientierung und praktische Erprobung während der Phase II der kardiologischen Rehabilitation als Instrumente der beruflichen Früh-Rehabilitation. In Bengel, J., Jäckel, W.H. (Hrsg.) Zielorientierung in der Rehabilitation. Regensburg, Roderer, 49-65.
Budde, H.G., Hoffmann, S. & Keck, M. (2001). Antizipation beruflicher Reintegrationsprobleme unter fünfzigjähriger weiblicher und männlicher Rehabilitanden während der stationären kardiologischen Anschlußheilbehandlung und berufsbezogene Situation sechs Monate später. In Schuntermann, M.F., Schliehe, F. (Hrsg.). Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis. DRV-Schriften, 26, 341-343.
Professional Orientation and Practical Testing During Stage II Cardiac Rehabilitation as an Instrument of Early Professional Rehabilitation
Schlagworte:
Referenznummer:
R/FOFVB3A2
Informationsstand: 09.04.2020