Projektart: Gefördertes Projekt Modellprojekt
AktiFAME – Aktiver Zugang, Beratung und Fall-Management bei Versicherten mit hohem Risiko einer Erwerbsminderung

Beschreibung / Inhalte

Problemstellung:

Psychische Erkrankungen sind als Erstdiagnose oder als Komorbidität für einen Großteil langer/wiederholter Arbeitsunfähigkeit und erwerbsminderungsbedingten Berentungen (EM-Rente) verantwortlich. Zuständigkeitsregelungen für unterstützende Angebote sind komplex. Für eine nachhaltige berufliche Integration kann eine Kombination mehrerer Leistungen erforderlich sein. Dies kann zu einer Überforderung der von psychischen Erkrankungen betroffenen Versicherten führen. So haben nur 30 % der Versicherten in den 3 Jahren vor einer EM-Rente eine medizinische Rehabilitation in Anspruch genommen. Ein aktives Zugehen auf Versicherte mit hohem EM-Risiko wäre möglich, wird aber bislang nicht praktiziert.

Inhalte:

Das beantragte Modellvorhaben erprobt eine neu entwickelte Intervention für Menschen mit psychischer Erkrankung oder psychischer Komorbidität. Im Rahmen des Modellvorhabens wird dazu aktiv auf Personen mit hohem Risiko einer erwerbsminderungsbedingten Berentung zugegangen. Dieses Risiko wird anhand administrativer Daten der Deutschen Rentenversicherung Nord festgestellt. Personen mit hohem Risiko werden angeschrieben und zu einem Erstberatungsgespräch eingeladen. In diesem Gespräch wird die Zugehörigkeit zur Zielgruppe überprüft und über das Angebot informiert. Daran kann sich ein individuelles, bedarfsorientiertes Fallmanagement anschließen. Dies soll Hindernisse einer nachhaltigen beruflichen Integration analysieren, Ziele und Lösungswege rechtskreisübergreifend identifizieren, unterstützende Angebote beschreiben und die Beantragung und Durchführung notwendiger Rehabilitationsleistungen auch von mehreren Rehabilitationsträgern begleiten. Das Fallmanagement dauert pro Person bis zu einem Jahr mit einem Zeitkontingent von bis zu 50 Stunden. Die Innovation sowie der Vorteil für die Versicherten liegen im aktiven Zugehen eines Rentenversicherungsträgers Versicherte, in dem Angebot eines Fallmanagements, das nicht an die vorherige Durchführung einer Teilhabeleistung geknüpft ist, sowie in seiner rechtskreis- und leistungsübergreifenden Orientierung. Es ist geplant, bei ca. 532 Versicherten ein Erstgespräch und bei ca. 246 davon ein anschließendes Fallmanagement durchzuführen.

Zieldefinition:

Hauptziel ist die nachhaltige berufliche Integration von Versicherten mit hohem Erwerbsminderungsrisiko und komplexer Problemlage. Der Anteil versicherungspflichtig beschäftigter Personen ist 12 Monate nach randomisierter Zuweisung in die Gruppe, die über die Intervention informiert wurde, 4 Prozentpunkte höher als in der Kontrollgruppe, die nicht informiert wurde. Weitere SMART Ziele beziehen sich auf die berufliche Teilhabe, die Qualität der Intervention sowie den Transfer.

Erkenntnisgewinn:

Einen wesentlichen Bestandteil des Modellvorhabens bildet die wissenschaftliche Begleitung durch Prof. Matthias Bethge (Universität Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie). Diese umfasst die Entwicklung und Begleitung der Intervention sowie die Bewertung sowohl der Prozesse als auch der Ergebnisse. Es werden dadurch wichtige Erkenntnisse zu Chancen und Risiken des zu erprobenden Beratungskonzepts, bezüglich Bedarf, Akzeptanz, Umsetzbarkeit und Kosten sowie der Möglichkeiten der Verstetigung geliefert.

Aussicht auf Verstetigung:

Ein Fallmanagement kann nach § 31 Abs. 1 Satz 1 SGB VI nur in Zusammenhang mit einer Rehabilitation erbracht werden. Sollte AktiFAME seine Wirksamkeit nachweisen, könnte eine Änderung der entsprechenden gemeinsamen Richtlinie der Träger der Rentenversicherung eine Überführung in das Regelgeschäft ermöglichen. Die geplante ausführliche Beschreibung/Manualisierung des Risikoindex, des Erstgesprächs und der Methoden und Inhalte des Fallmanagement dient einer erfolgreichen Umsetzung in die Praxis.

Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

Beginn:

01.01.2020


Abschluss:

31.12.2024


Fördernummer:

661S0183X1

Kostenträger:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro“ (erster Förderaufruf)

ICF-Bezug des Projekts:

  • Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.

Projektleitung:

  • Glaser-Möller, Nathalie, Dr. |
  • Bethge, Matthias, Prof. Dr.

Mitarbeitende:

  • Kleineke, Vera

Institutionen:

Deutsche Rentenversicherung NordZiegelstr. 15023556 Lübeck Telefon: 0451 485 10105 E-Mail: rsgs.rehapro@drv-nord.de Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung-nord.de
Universität zu Lübeck - Institut für Sozialmedizin und EpidemiologieDie Brücke Schleswig-Holstein gGmbHBerufsförderungswerk Stralsund GmbH

AktiFAME - Active access, advice and case management for insured persons with a high risk of reduced earning capacity

Problem: Mental illnesses, either as an initial diagnosis or as a comorbidity, are responsible for a large proportion of long/repeated incapacity for work and reduced earning capacity pensions. Responsibility regulations for support services are complex. A combination of several services may be required for sustainable job integration. This can lead to insured persons affected by mental illnesses being overburdened. For example, only 30% of insured persons have taken advantage of medical rehabilitation in the 3 years prior to receiving an EM pension. An active approach to insured persons with a high risk of EM would be possible, but has not been practised to date. Contents: The model project applied for is testing a newly developed intervention for people with mental illness or mental comorbidity. As part of the pilot project, people with a high risk of disability-related retirement will be actively approached. This risk is determined on the basis of administrative data from Deutsche Rentenversicherung Nord. People at high risk are contacted and invited to an initial consultation. During this meeting, their membership of the target group is checked and they are informed about the offer. This can be followed by individual, needs-oriented case management. This is intended to analyze obstacles to sustainable professional integration, identify goals and solutions across legal districts, describe support services and accompany the application for and implementation of necessary rehabilitation services, including from several rehabilitation providers. Case management lasts up to one year per person with a time quota of up to 50 hours. The innovation and the advantage for insured persons lie in the active approach of a pension insurance provider to insured persons, in the offer of case management that is not linked to the prior implementation of a participation benefit, and in its cross-legal and cross-benefit orientation. It is planned to conduct an initial interview with around 532 insured persons and subsequent case management with around 246 of them. Definition of objectives: The main objective is the sustainable occupational integration of insured persons with a high risk of reduced earning capacity and complex problems. The proportion of people subject to compulsory insurance 12 months after random assignment to the group that was informed about the intervention is 4 percentage points higher than in the control group that was not informed. Other SMART objectives relate to participation in working life, the quality of the intervention and transfer. Gained knowledge: Scientific monitoring by Prof. Matthias Bethge (University of Lübeck, Institute of Social Medicine and Epidemiology) is a key component of the pilot project. This includes the development and monitoring of the intervention as well as the evaluation of both the processes and the results. This will provide important insights into the opportunities and risks of the counseling concept to be tested, in terms of need, acceptance, feasibility and costs, as well as the possibilities for continuation. Prospects for continuation: According to Section 31 (1) sentence 1 SGB VI, case management can only be provided in conjunction with rehabilitation. If AktiFAME proves to be effective, an amendment to the corresponding joint guideline of the pension insurance institutions could enable it to be transferred to regular business. The planned detailed description/manualization of the risk index, the initial interview and the methods and content of case management will ensure successful implementation in practice.

This text was automatically translated by DeepL.

Referenznummer:

R/FO125943


Informationsstand: 10.05.2024