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Projektart: Eigenprojekt
Wollen psychisch erkrankte Versicherte, die eine befristete Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehen, wieder ins Erwerbsleben eingegliedert werden?

Beschreibung / Inhalte

Psychische Erkrankungen haben eine zunehmende Bedeutung bei Frühberentungen wegen voller Erwerbsminderung in Deutschland. Mehr als ein Drittel dieser Versicherten nehmen vor ihrer Berentung nicht an einer medizinischen Rehabilitation teil. Nur 6% kehren in Beschäftigungsverhältnisse zurück.

Hypothesen:

1. Psychisch erkrankte Versicherte mit einer VEM-Rente, sind zwei Jahre nach Beginn der Berentung immer noch gesundheitlich deutlich eingeschränkt.
2. Etwa ein Drittel dieser Versicherten sind an einer Wiedereingliederung interessiert.
3. Der Wunsch danach hängt von den gesundheitlichen Einschränkung und vom Alter ab.

Methodik:

Allen psychisch erkrankten Versicherten der DRV Braunschweig-Hannover, die im Jahr 2004 eine VEM-Rente bewilligt bekamen und unter 50 Jahren alt waren (n = 352) wurde ein anonymisierter Fragebogen (Symptombelastung, Inkongruenzerleben, Alltagsaktivität, Motivation zur Reintegration) zugeschickt (Responderrate 54%).

Ergebnisse:

Das Durchschnittsalter lag bei 47 + 7 Jahren, die mittlere Berentungsdauer betrug 2 Jahre. Die Versicherten waren psychisch deutlich belastet. Es fand sich ein mittlerer Geschlechtseffekt. Frauen fühlten sich in ihrer Alltagsaktivität eingeschränkter, ängstlicher und somatisch belasteter als die Männer. Etwa ein Drittel war motiviert, konkrete Unterstützung zur Reintegration zu nutzen. Die Motivation war nicht von der gesundheitlichen Einschränkung und der Somatisierungstendenz abhängig.

Diskussion:

Eine symptomorientierte Rehabilitation führt bei Versicherten mit voller Erwerbsminderungsrente wegen psychischer Erkrankungen vermutlich nicht zu einer erhöhten Wiedereingliederungsquote. Trotzdem ist der altersbedingte Anstieg der symptomatischen Belastung und der Einschränkungen im Alltag bei Initiativen zur Wiedereingliederung zu berücksichtigen. Der relativ hohe Anteil von Versicherten, die an einer Wiedereingliederung interessiert sind, begründet die Notwendigkeit an speziellen Rehabilitations- und Integrationskonzepten. Die Betroffenen sollten durch ein gesundheitsförderndes Case-Management kontinuierlich begleitet und durch Belastungserprobungen auf eine mögliche Wiedereingliederung vorbereitet und trainiert werden.

Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

Beginn:

01.01.2005


Abschluss:

31.12.2008


Projektleitung:

  • Kobelt-Pönicke, Axel, apl. Prof. Dr.

Mitarbeitende:

  • Schwarze, Monika, Dr. P.H. |
  • Hesse, Bettina, Dr. |
  • Grosch, Eberhard, Dr. |
  • Gutenbrunner, Christoph, Prof. Dr. med. (i. R.)

Institutionen:

Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover
Lange Weihe 2/4
30880 Laatzen
0511 829-4220
axel.kobelt@drv-bsh.de
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/BraunschweigHann...

Institut für Rehabilitationsforschung Norderney
Abteilung Sozialmedizin
Gartenstr. 194
48125 Münster

Koordinierungsstelle Angewandte Rehabilitationsforschung
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
https://www.mh-hannover.de/korefo.html

Kobelt, A., Hesse, B., Gebauer, E., Grosch, E., Krähling, M. & Gutenbrunner, Chr. (2007): Wollen psychisch erkrankte Menschen, die eine befristete Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehen, wieder ins Erwerbsleben eingegliedert werden? Psychother Psych Med 57, DOI: 10.1055/s-2007-970664.

Do mentally ill insured persons who receive a temporary pension due to full reduction in earning capacity want to be reintegrated into working life?

Mental illnesses are playing an increasingly important role in early retirement due to full reduction in earning capacity in Germany. More than one third of these insured persons do not participate in medical rehabilitation before retirement. Only 6% return to employment. Hypotheses: 1. Insured persons with mental illnesses and a VEM pension still have significant health limitations two years after retirement. 2. About one third of these insured persons are interested in reintegration. 3the desire for reintegration depends on health restrictions and age. Methodology: An anonymous questionnaire (symptom burden, incongruence experience, daily activities, motivation for reintegration) was sent to all mentally ill insured persons of the DRV Braunschweig-Hannover who were granted a VEM pension in 2004 and were under 50 years of age (n = 352) (responder rate 54%). Results: The mean age was 47 + 7 years, and the mean duration of retirement was 2 years. The insured persons had significant psychological distress. A medium gender effect was found. Women felt more restricted in their daily activities, more anxious, and more somatically burdened than men. About one-third were motivated to use concrete support for reintegration. Motivation did not depend on health limitation and somatization tendency. Discussion: Symptom-oriented rehabilitation probably does not lead to an increased reintegration rate for insured persons with full disability pension due to mental illnesses. Nevertheless, the age-related increase in symptomatic distress and limitations in everyday life should be taken into account in reintegration initiatives. The relatively high proportion of insured persons interested in reintegration justifies the need for special rehabilitation and integration concepts. Those affected should be continuously accompanied by health-promoting case management and prepared and trained for possible reintegration through stress testing.

This text was automatically translated by DeepL.

Referenznummer:

R/FO3602


Informationsstand: 06.01.2014