Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Der Tischler hat einen Bandscheibenschaden und wurde, nach einer medizinischen Rehabilitation in einer Reha-Klinik, zunächst stufenweise wiedereingegliedert. Er sollte nicht für das manuelle Heben und Tragen von Lasten eingesetzt werden. Dies gilt besonders für Arbeiten in gebückter oder gebeugter Körperhaltung. Sein Arbeitsplatz musste deshalb behinderungsgerecht angepasst werden.Was wurde gemacht?
An der CNC-Fräsmaschine wurde ein Säulen-Schwenkkran installiert. Der Schwenkkran ist mit einem Elektrokettenzug ausgestattet, an dem ein Vakuum-Hebegerät aufgehängt ist. Mit dem Schwenkkran kann das Roh-Holz und bearbeitete Holz ohne größere Belastungen gehoben und positioniert werden. Durch den weiteren Einsatz einer höhenverstellbaren und mobilen Werkbank kann der Zusammenbau der Möbel direkt in der Nähe der CNC-Fräsmaschine in einer optimalen Arbeitshöhe erfolgen. Nach der Montage kann der Tischler mit dem Vakuum-Heber das Möbelstück aufnehmen, die Werkbank darunter wegrollen und das Möbelstück abschließend auf eine Transportpalette abstellen.
Die behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung wurde von der Rentenversicherung im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Anschluss an die medizinische Reha gefördert. Die Rentenversicherung zahlte dem Tischler außerdem ein Übergangsgeld während der medizinischen Reha und der stufenweisen Wiedereingliederung, da aufgrund der Länge (mehr als sechs Wochen) der Arbeitsunfähigkeit die Entgeltfortzahlung durch das Unternehmen nicht mehr erfolgte und deshalb entsprechend unterhalssichernde Leistungen erforderlich waren.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Rentenversicherung.
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Unternehmen:
Die mittelständische Schreinerei fertigt mit ihren 150 Beschäftigten u. a. komplette Energiesparhäuser aus ökologischen Baustoffen in Holzrahmenbauweise. Diese Häuser werden als Bauelemente angefertigt und anschließend auf der Baustelle aufgestellt und montiert. Je nach Wunsch der Kundschaft können diese Energiesparhäuser schlüsselfertig oder als Rohbau bestellt werden. Das Unternehmen produziert darüber hinaus Möbel, Treppen und Küchen ebenfalls nach den Wünschen der Kundschaft.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Der Mann hat einen Bandscheibenschaden. Er wurde, nach einer medizinischen Rehabilitation in einer Reha-Klinik, zunächst stufenweise wiedereingegliedert, d. h. wieder schrittweise an das volle Arbeitsvolumen und die Arbeitszeit herangeführt. Er sollte nicht für das manuelle Heben und Tragen von Lasten eingesetzt werden. Dies gilt besonders für Arbeiten in gebückter oder gebeugter Körperhaltung.Ausbildung und Beruf:
Der Mann ist Tischler und arbeitet beim Unternehmen im Bereich des Innenausbaus.Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:
Im Innenausbau stellt der Tischler mit seinen Kolleginnen und Kollegen beispielsweise Badezimmer- und Küchenmöbel in reiner Handarbeit her. Zunächst müssen die Holzplatten auf Maß gesägt werden. Nach dem Sägen trägt der Tischler die maximal zwei Meter mal zweieinhalb Meter großen und 15 bis 25 Millimeter starken Holzplatten zusammen mit einem Kollegen zur CNC-Fräsmaschine. Dort muss er dann mit dem Kollegen die Platten in eine waagerechte Position bringen und auf den ca. 60 Zentimeter hohen Maschinentisch ablegen und ausrichten. Bedingt durch die niedrige Höhe des Maschinentisches erfolgt dieser Vorgang mit gebeugtem Oberkörper. Nach dem Ablegen und Ausrichten der Holzplatten startet der Tischler das Fräsprogramm bzw. den Fräsvorgang. Anschließend muss er die ausgefrästen und gebohrten Holzplatten mit Abmessungen alleine von Hand vom Maschinentisch heben und zu seinem ca. zehn Meter entfernten Montagebereich tragen. Die Montage erfolgt erst, wenn sämtliche Bauteile für den Auftrag bearbeitet sind und im Montagebereich lagern. Die eigentliche Montage der Möbelteile erfolgt auf dem ca. einem Meter hohen, eineinhalb Meter breiten und zwei Meter langen Montagetisch. Sobald die Bauteile, Konsolen, Schränke oder andere Möbelteile höher als 60 Zentimeter werden, muss der Tischler eine Trittleiter holen und einsetzen. Denn nur so kann er an die höher gelegenen Montagestellen gelangen, ohne ständig über Kopf bzw. auf Zehenspitzen stehend arbeiten zu müssen.Die schweren Hebe- und Tragearbeiten sowie das Einnehmen der Zwangshaltung, in Verbindung mit Heben und Tragen sowie Ziehen und Schieben, mussten aufgrund der vorliegenden Wirbelsäulenerkrankung vermieden werden. Der Arbeitsplatz wurde deshalb entsprechend behinderungsgerecht angepasst. So wurde an der CNC-Fräsmaschine ein Säulen-Schwenkkran installiert. Dieser Schwenkkran ist mit einem Elektrokettenzug ausgestattet, an dem ein Vakuum-Hebegerät aufgehängt ist. Mit diesem Vakuum-Hebegerät können sowohl die großen Roh-Holzplatten als auch die kleinen bearbeiteten Holzplatten ohne großen Kraftaufwand und Zwangshaltungen angehoben, ggf. geschwenkt und positioniert werden. Darüber hinaus ist diese Hebehilfe so ausgelegt, dass auch ein zusammengebautes Schrankelement damit hochgehoben und bewegt werden kann. Durch den weiteren Einsatz einer höhenverstellbaren und mobilen Werkbank kann der Zusammenbau direkt in der Nähe der CNC-Fräsmaschine in einer optimalen Arbeitshöhe erfolgen. Das Vakuum-Hebegerät wird dabei für den Transport bzw. das Heben der Holzplatten von der CNC-Maschine auf die Werkbank eingesetzt. Nach der Montage kann der Tischler mit dem Vakuum-Heber das Möbelstück aufnehmen, die Werkbank darunter wegrollen und das Möbelstück abschließend auf eine Transportpalette abstellen.
Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:
Werkbänke, Schweißtische, Montagetische und Packtische (Werkbank)Kräne, Flaschenzüge und Lastaufnahmemittel
Manipulatoren und Gewichtsbalancer (Vakuum-Hebegerät)
Schlagworte
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- Praxisbeispiel |
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- Teilhabe am Arbeitsleben |
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- Transportgerät |
- Transporthilfe |
- Umgebungseinflüsse, Sicherheit und Belastungen |
- Vakuumheber |
- Vollzeitarbeit |
- Werkbank |
- Wiedereingliederung |
- Wirbelsäule |
- Ziehen |
- Zwangshaltung
Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
- EFL - Schieben/Drücken
- EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
- EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
- EFL - Ziehen
- ELA - Bücken/Aufrichten
- ELA - Heben
- ELA - Schieben/Ziehen dynamisch
- ELA - Tragen
- ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
- ERGOS - Bücken
- ERGOS - Schieben/Ziehen
- ERGOS - statisches/dynamisches Heben
- ERGOS - Tragen
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Geneigt/Gebückt
- IMBA - Heben
- IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
- IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
- IMBA - Schieben/Ziehen
- IMBA - Tragen
Referenznummer:
Pb/110639
Informationsstand: 16.12.2025