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Jugendberufsagenturen

Flächendeckend existieren in Deutschland örtliche Kooperationsprojekte, in denen verschiedene kommunale Institutionen (z. B. Arbeitsagenturen, Jobcenter, Jugendämter, Schulen) eng zusammenarbeiten um den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt von sozial benachteiligten oder individuell beeinträchtigten jungen Menschen zu verbessern. Dieses Kooperationsmodell wird zumeist als Jugendberufsagentur (JBA) bezeichnet, kann aber auch andere Namen tragen.

Warum Gründung der JBA?

Für die berufliche Eingliederung von sozial benachteiligten oder individuell beeinträchtigten jungen Menschen sind neben den Arbeitsagenturen (SGB III) und den Trägern der Jugendhilfe (SGB VIII) auch die Jobcenter (SGB II) zuständig. Jeder dieser Akteure hat seine eigenen Budgets und Angebote. Da Jugendliche ohne Ausbildung und Arbeit sowohl dem Anwendungsbereich des SGB II und III als auch des SGB VIII unterliegen können, haben sie in der Regel noch mehr Ansprechpersonen in unterschiedlichen Anlaufstellen. Aufgrund mangelnder Abstimmungen zwischen den drei genannten Rechtskreisen kam es in der Praxis häufig zu Brüchen im Integrationsprozess. Das nahm die Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Jahr 2010 zum Anlass, das „Arbeitsbündnis Jugend und Beruf“ zu initiieren, das eine stärkere Verzahnung der vorhandenen Angebote und die Beratung „unter einem Dach“ zum Ziel hat.

Entwicklung der JBA seit 2010

In den folgenden Jahren bildeten sich an vielen Standorten Arbeitsbündnisse in unterschiedlichsten Ausprägungen und unter verschiedenen Bezeichnungen. Im Koalitionsvertrag von 2018 bekräftigte die Bundesregierung, dass sie die erfolgreiche Arbeit der Jugendberufsagenturen noch ausweiten will. So soll ein erleichterter Datenaustausch einschließlich der Schülerdaten die Transparenz am Übergang von der Schule in Ausbildung erhöhen und die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen verbessern, um so einen erfolgreichen beruflichen Werdegang zu unterstützen.

Ziel und Zielgruppen:

Gemeinsames Ziel der Jugendberufsagenturen ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine konkrete Chance für ein selbstbestimmtes Leben in Arbeit und Beruf zu geben.

Zielgruppe sind vor allem junge Menschen unter 25 Jahren, die aufgrund ungleicher Rahmenbedingungen und nachteiliger Startchancen (z. B. soziale Probleme, Behinderung, Migrationshintergrund) besonderen Förderbedarf haben. Diese drohen oft, im komplizierten Trägersystem von Jugendhilfe, Grundsicherung und Arbeitsförderung ohne spezielle Betreuung bzw. ohne eine Ansprechstelle mit Lotsenfunktion verloren zu gehen.

Aufgaben:

Die Jugendberufs­agentur unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene dabei, eine passende Berufs­ausbildung und Beschäftigung zu finden. Sie gibt beratende Unter­stützung und vermittelt betriebliche Ausbildungs­plätze. Die JBA informiert auch zu schulischen Ausbildungs- und Weiter­qualifizierungs­möglichkeiten und leistet – wenn erforderlich – eine Erst­beratung im Rahmen der Schuldner­beratung, psycho­sozialen Betreuung und Suchtberatung.

Weitere Informationen:

Das BMAS bietet auf der Seite jugendberufsagenturen.info ergänzende Informationen zu den JBA  und stellt ein Selbstbewertungstool für JBA zur Verfügung.