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Angaben zum Forschungsprojekt

Organisatorische und bauliche Maßnahmen zur Bewältigung von Notfallsituationen körperlich und sensorisch behinderter Personen in Hochhäusern und öffentlichen Gebäuden mit hoher Benutzerfrequenz

Mit dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz) hat sich der Bund verpflichtet, seine Bauten barrierefrei zu gestalten. Die bisherige Umsetzung ganzheitlicher Grundsätze zum barrierefreien Planen und Bauen bei Bundesbauten verfolgt jedoch bisher lediglich das Ziel, eine barrierefreie Nutzung der Bauten bei der alltäglichen Nutzung zu ermöglichen. Eine barrierefreie Nutzung in Notfällen wurde bisher nicht thematisiert.

Sind Bewohner oder andere Nutzer eines Gebäudes in ihren sensorischen, kognitiven oder motorischen Fähigkeiten eingeschränkt, können bei einem Notfall vielfältige Probleme entstehen. Bereits die Wahrnehmung oder die Auslösung eines Alarms kann bei bestimmten Personengruppen ohne besondere Systeme nicht erfolgen. Bei bestimmten Schadensereignissen stehen Systeme, die im Normalfall der barrierefreien Zugänglichkeit dienen, evtl. nicht zur Verfügung (z. B. Aufzüge im Brandfall) und erfordern somit alternative Rettungswege oder -maßnahmen. Fehlen diese, kann sich sie Suche nach einem geeigneten Fluchtweg oder Schutzraum lebensbedrohend darstellen.

Im Rahmen der Untersuchung werden sowohl bauliche als auch organisatorische Maßnahmen auf ihre Eignung untersucht. Bei den baulichen Maßnahmen geht es z. B. um die Kennzeichnung von Flucht- und Rettungswegen unter Beachtung des Zwei-Sinne-Prinzips, Auffindbarkeit und Nutzbarkeit von Notrufanlagen sowie innovative technische Lösungen, z. B. Sicherheitsaufzüge, die sich auch im Brandfall zur Rettung einsetzen lassen. Sollte eine Selbstrettung aus technischen, wirtschaftlichen oder individuellen Gründen nicht in Frage kommen, müssen Konzepte zur Fremdrettung greifen oder ggf. organisatorische Maßnahmen das Fehlen baulicher Maßnahmen kompensieren.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, eine verstärkte Berücksichtigung der Anforderungen behinderter Menschen bei der Bewältigung von Notfallsituationen zu erreichen, um einen weiteren Baustein zu einer ganzheitlichen Barrierefreiheit umzusetzen. Dabei sind neben den Anforderungen der übrigen Nutzer wirtschaftliche und gestalterische Anforderungen (z. B. beim Denkmalschutz) zu beachten.



Beginn:

01.05.2009


Abschluss:

31.12.2010


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

(und Eigenanteil der STUVA)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125188


Informationsstand: 29.12.2010