Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Struktur und Effizienz berufsvorbereitender Förderprogramme für Jugendliche mit Asthma und/oder allergischen Hauterkrankungen in einer Einrichtung der Phase II

Vortrag auf dem Vierzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 28. Februar bis 2. März 2005 in Hannover



Autor/in:

Lecheler, Josef; Dorsch, U.


Herausgeber/in:

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2005, Sonderausgabe, Seite 496-497, Bad Homburg v. d. H.: WDV Wirtschaftsdienst


Jahr:

2005



Abstract:


Jugendliche und junge erwachsene Auszubildende mit Asthma bronchiale und/oder chronischen Hauterkrankungen brechen überproportional häufig ihre Ausbildung ab. Ausschlusskriterien wurden deshalb für die Berufsberatung entwickelt, die die beruflichen Risiken für allergische Erkrankungen betonen. Vor allem Jugendlichen mit einfachen Schulabschlüssen und den genannten Krankheitsbildern wird dadurch der Weg zu handwerklichen Berufen praktisch unmöglich gemacht, auch wenn Motivation und Begabung vorhanden sind.

Es wurde untersucht, inwieweit strukturierte Förderprogramme nach den Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft der medizinisch-beruflichen Rehabilitationseinrichtungen (Phase II) diese Situation verbessern können. Bei 118 Patienten mit Asthma und/ oder allergischen Hauterkrankungen im Alter von 16-22 Jahren wurden Arbeitsförderungsprogramme nach dem Arbeitsförderungsgesetz durchgeführt. Alle Programme enthalten eine standardisierte Diagnosephase, eine unterschiedlich lang gestaltete Testphase in sieben Risikoberufen, sowie ein Asthma-Verhaltenstraining.

Von besonderer Bedeutung war dabei die Risikoabschätzung, die nicht nur in der objektiven Belastung des Patienten am Arbeitsplatz gemessen wurde, sondern in Relation zu seiner Fähigkeit gesetzt wurde, kalkulierbare Risiken im beruflichen Umfeld in seine Krankheitsbewältigung mit einzubeziehen.

Nach den Förderprogrammen starteten 45 Patienten eine Ausbildung. Die Abbrecherquoten lagen bei der betrieblichen Ausbildung bei 20 Prozent, im Berufsbildungswerk bei 8,8 Prozent und damit erheblich unter der durchschnittlichen Abbrecherquote aller Auszubildenden. Trotz der beruflichen Risiken besserte sich bei 61,3 Prozent die Asthmasymptomatik, bei 29,5 Prozent blieb sie gleich und nur bei neun Prozent verschlechterte sie sich.

In der Untersuchung konnte gezeigt werden, dass durch strukturierte Förderprogramme Jugendlichen mit Asthma und/oder allergischen Hauterkrankungen eine entscheidende Hilfe zum Einstieg ins Berufsleben gegeben werden kann. Trotz der chronischen Erkrankung konnten die Patienten langfristig erfolgreich in Berufe vermittelt werden, die als Risikoberufe angesehen werden. Allerdings konnten diese beruflichen Risiken im Rahmen der Förderprogramme für den Einzelfall als kalkulierbare Risiken definiert und in Relation zur individuellen Krankheitsbewältigung gesetzt werden.

Arbeitserprobung, Berufsfindung und Förderlehrgang sind daher als vorberufliche Förderprogramme eine wichtige Ergänzung zu den ausschließlich selektierenden Maßnahmen in der arbeitsmedizinischen Berufsberatung - vor allem bei Jugendlichen, die aufgrund ihrer Schulabschlüsse eher zu handwerklichen Berufen neigen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '14. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitationsforschung in Deutschland - Stand und Perspektiven'




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL135949


Informationsstand: 12.04.2005

in Literatur blättern