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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufsbedingte Allergien der Haut und der Atemwege - Gemeinsamkeiten und Unterschiede


Autor/in:

Kütting, Birgitta


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2006, Band 56 (Heft 1), Seite 2-9, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)


Jahr:

2006



Abstract:


Berufsbedingte Allergien von Haut und Atemwegen sind überwiegend bei jungen Beschäftigten häufige Ursache krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeitszeiten. Eine berufsbedingte Allergie der Atemwege kann sich als Rhinitis, als Asthma bronchiale oder als exogen allergische Alveolitis manifestieren.

Bei Inhalationsallergenen handelt es sich überwiegend um Makromoleküle, Peptide oder Proteine, Substanzen mit hohem Molekulargewicht, zum Beispiel tierische Proteine, Pollen oder Mehle in Form von Vollantigenen; sie können direkt die Produktion spezifischer IgE-Antikörper induzieren. Einige Substanzen mit niedrigem Molekulargewicht, zum Beispiel Platinsalze, Säureanhybride und Diisozyanate, können ebenfalls die Bildung von IgE-Antikörpern induzieren, wobei hier vermutet wird, dass diese Substanzen als Hapten reagieren und erst im Organismus durch Bindung an ein Protein zu einem Vollantigen werden können.

Substanzen mit niedrigem Molekulargewicht folgen nicht dem klassischen Prinzip des Etagenwechsels; asthmatische Symptome können hier durchaus bereits die Erstmanifestation der Erkrankung sein.

Zum Nachweis der arbeitsplatzbezogenen bronchialen Obstruktion wird eine Lungenfunktionsanalyse einschließlich eines Metacholintests zum Nachweis der bronchialen Hyperreaktivität durchgeführt.

Kontrovers wird beurteilt, ob die bronchiale Hyperreagibilität als prädisponierender Faktor oder als Marker für die Verlaufsbeurteilung eines berufsbedingten Asthmas zu beurteilen ist.

Rauchen scheint ein prädisponierender und zugleich aggravierender Faktor einer Typ-I-Allergie zu sein. Mehrere Feldstudien konnten zeigen, dass das Risiko der Entstehung einer IgE-vermittelten Reaktion bei Rauchern um den Faktor 4-6 höher ist als bei Nichtrauchern.

Kontaktallergien manifestieren sich bevorzugt in Form eines allergischen Kontaktekzems, dem pathogenetisch eine durch T-Lymphozyten vermittelte Immunreaktion vom verzögerten Typ zugrunde liegt (Typ-IV-Reaktion). Ursache eines Kontaktekzems ist fast immer eine reaktive, niedermolekulare Substanz. Feuchtarbeit ist die wichtigste irritative Noxe; hier kann sich leicht auf dem Boden einer irritativen Schädigung ein allergisches Kontaktekzem gegen Berufsstoffe im Sinne eines Zweiphasenekzems entwickeln.

Eine Sonderform des allergischen Kontaktekzems stellt das photoallergische Kontaktekzem dar; hier ist neben einem Photoallergen zusätzlich die Einwirkung von UVA-Licht erforderlich.

Das Erfassen von Gemeinsamkeiten und Unterschiede berufsbedingter Allergien der Haut und der Atemwege bedarf anamnetisch, diagnostisch sowie differentialdiagnostisch subtiler arbeitsmedizinischer Kenntnisse und Erfahrungen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Occupational allergies of the skin and respiratory tract - common features and differences


Abstract:


Occupational allergies of the skin and respiratory tract are frequent causes of absence due to illness, predominantly in the case of young employees. Clinical symptoms of an occupational respiratory allergy are rhinitis, asthma or exogenous allergic alveolitis.

In the case of inhalation allergens, these consist generally of macro-molecules, predominantly peptides or proteins, substances with a high molecular weight, e.g. animal proteins, pollen or dust in the form of full antigens; these can directly induce the production of specific IgE-anti-bodies. Some substances of low molecular weight, e.g. platinum salts, acid anhybrides and di-isocyanates, can also induce the formation of IgE-anti-bodies, although in this case, it is suspected that these substances react as haptene, and can only become a full antigen in the organism by bonding with a protein.

Substances of low molecular weight do not follow the classic principle of stage change; asthmatic symptoms can in such cases be the initial manifestation of the disease.

For the confirmation of workplace-related bronchial obstruction, a lung function analysis is carried out, including a Metacholin test for the confirmation of bronchial hyper-reactivity.

Controversy exists as to whether bronchial hyper-reactivity should be considered as a predisposition factor or as a marker for assessing the course of occupational asthma.

Smoking appears to be both a predisposition factor and simultaneously an aggravating factor of a Type I allergy. Several field studies have been able to demonstrate that the rist of an IgE-related reaction is higher amongst smokers that amongst non-smokers by a factor of 4-6.

Contact allergies generally manifest themselves in the form of allergic contact eczema themselves, which pathogenetically is based on an immune reaction of the delayed type (Type IV reaction) caused by T-lymphocytes. The cause of a contact eczema is almost always a reactive, low-molecular substance. Working in a damp environment is the major irritative agent; here allergic contact eczema against working materials can easily develop on the base of an irritative damage in the form of a two-phase eczema.

One special form of allergic eczema is photoallergic contact eczema, in which in addition to a photoallergen, the effect of UV light is also required.

The establishment of common features and differences between occupational allergies of the skin and respiratory tract requires subtle occupational medical knowledge and experience with regard to case history, diagnostics and differential diagnostics.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Homepage: https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0064/0005


Informationsstand: 21.02.2006

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