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Angaben zum Forschungsprojekt

Evaluation des Kraftwerk Wirbelsäulenkonzepts der DaimlerChrysler AG Wörth

Rückenschmerzerkrankungen haben sich in den letzten Jahren zur teuersten Erkrankung der westlichen Industrienationen entwickelt. Die Beschwerden finden sich in allen Altersklassen, wobei sie jedoch gehäuft im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auftreten und im 6. ihren Höchststand erreichen. Die Kreuz- und Rückenschmerzen (Dorsopathien ICD 9 720-24; ICD 10 M40-54) verursachten im Jahre 2001 55% aller Arbeitsunfähigkeitstage in der Gruppe der muskuloskelettalen Erkrankungen. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der in Zukunft an der Umsetzung präventiv wirksamer Rückenkonzepte gearbeitet werden muss.

Das Projekt Kraftwerk wurde aufgrund der hohen AU-Tage durch Rückenerkrankungen im Sinne der Prävention im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung vom werksärztlichen Dienst der DaimlerChrysler AG Wörth ins Leben gerufen. Zum Zwecke der Analyse und Verbesserung des Funktionszustandes der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur fiel die Entscheidung auf eine umfassend wissenschaftlich apparativ gestützte Methode. Die zur Umsetzung notwendige Anschaffung von Trainingsgeräten beruhte auf vier Rückentrainingsgeräten, mit denen ausschließlich die Lumbalextensoren trainiert werden, und einem Bauchtrainingsgerät zum isolierten Training der Abdominalflexoren.

Das Training soll während der Arbeitszeit oder direkt vor bzw. nach der Arbeit auf dem Werksgelände stattfinden. Teilnahmeberechtigt ist die gesamte werksinterne Belegschaft, wobei angestrebt wird, möglichst alle Beschäftigten zu integrieren.

Das im Rahmen des Minimalkonzepts entworfene Trainingsprogramm sieht vor, einmal wöchentlich ausschließlich die Lumbalextensoren mittels eines Satzes überschwellig auszubelasten. Es besteht die Möglichkeit, dieses Training mit einem weiteren Satz der Abdominalflexoren zu verbinden. Hintergrund des Splittens in zwei Untergruppen ist die Frage, ob es ausreicht, zur Prävention von Rückenbeschwerden allein die Erector-
Spinae-Gruppe überschwellig zu trainieren oder ob dazu die Ausbildung bzw. Konservierung eines Muskelkorsetts , zumindest aber die Integration der Antagonisten notwendig ist.
Insgesamt wird in drei Serien mit je 16 Trainingseinheiten trainiert.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg. Die Gesamtevaluation betreffend ergeben sich folgende, umfangreiche Fragestellungen:
- Welche Personen werden durch die Maßnahme erreicht?
- Werden mit der Intervention diejenigen Mitarbeiter erreicht, die einen hohen Bedarf an einer solchen Maßnahme haben?
- Wie unterscheiden sich Nutzer von Nichtnutzern? Und wie lassen sich bestehende Nutzerbarrieren abbauen?
- Welche Variablen sind für die Motivation für eine solche Intervention von Bedeutung?
- Welche Faktoren werden durch das Krafttraining hinsichtlich folgender Parameter erreicht? Kraftverbesserung, Lebensqualität und subjektive Gesundheitswahrnehmung, AU-Tage?
- Welche Beziehungen bestehen zwischen diesen Parametern?
- Wie verändern sich solche Parameter im Längsschnitt?
- Wie ist die Intervention aus Kosten-Nutzen Sicht zu verbessern?
- Wie lässt sich vor dem Hintergrund der Befunde das innerbetriebliche Marketing für die Intervention optimieren?
- Welchen Einfluss haben die unterschiedlichen Interventionen auf die langfristige Selbstwirksamkeitswahrnehmung der Teilnehmer?
- Welche Elemente der Evaluation sollten im Sinne der Qualitätssicherung beibehalten werden?

Als Evaluationsinstrument dient ein Fragebogen, der sich aus dem SF36, dem FFbH-R, dem Basisfragebogen und dem Fragebogen zur Selbstwirksamkeit von Schwarzer zusammensetzt.
Die Untersuchung der Teilnehmerstruktur und Allokation ist bereits beendet. Die Ergebnisse zeigen, dass mit der Intervention Kraftwerk und Kraftwerk mobil die Teilnehmer erreicht werden, die einer derartigen Maßnahme bedürfen und ansonsten nur schwer durch vorbeugende Maßnahmen erreicht werden können. Erst Ergebnisse uns Vergleichswerte bezüglich der Kraftmessungen der Lumbalextensoren bestätigen die positive Wirkung der Intervention.



Beginn:

01.01.2002


Abschluss:

31.01.2006


Art:

Gefördertes Projekt / Dissertation / Diplom- / Masterarbeit



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3089


Informationsstand: 19.03.2004