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Sozialhilfe / Eingliederungshilfe

Die Sozialhilfe schützt vor Armut, sozialer Ausgrenzung und besonderer Belastung. Sie erbringt Leistungen für diejenigen Personen und Haushalte, die ihren Bedarf nicht aus eigener Kraft und Mitteln decken können und auch keine (ausreichenden) Ansprüche aus vorgelagerten Versicherungs- und Versorgungssystemen haben. Die Sozialhilfe ist im Zwölften Buch des Sozialgesetzbuches (SGB XII) geregelt.

Die Sozialhilfe umfasst die Bereiche:

  • Hilfe zum Lebensunterhalt
  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
  • Hilfen zur Gesundheit
  • Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung
  • Hilfe zur Pflege
  • Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten
  • Hilfe in anderen Lebenslagen

Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung:

Leistungen der Eingliederungshilfe sind insbesondere:

  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Sie entsprechen jeweils den Rehabilitationsleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung oder der Bundesagentur für Arbeit (BA).
  • Heilpädagogische Hilfen für Kinder, die noch nicht zur Schule gehen. Dies sind beispielsweise Fördermaßnahmen im Rahmen der Betreuung in einer Kindertagesstätte.
  • Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung, zu einer schulischen Ausbildung für einen angemessenen Beruf und zu einer Ausbildung für eine sonstige angemessene Tätigkeit.
  • Leistungen im Arbeitsbereich anerkannter Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).
  • Hilfen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft: Hierzu gehören unter anderem die Versorgung mit nicht medizinischen Hilfsmitteln, Hilfen zur Förderung der Verständigung mit der Umwelt, Hilfen bei der Beschaffung, dem Umbau, der Ausstattung und der Erhaltung einer behinderungsgerechten Wohnung

Die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung war bisher eine Leistung der Sozialhilfe nach SGB XII. Für Kinder und Jugendliche gibt es eine Form von jugendhilferechtlicher Eingliederungshilfe, die im SGB VIII geregelt ist. Für Eingliederungshilfeleistungen gilt der Grundsatz der Nachrangigkeit, das heißt dass sie nur geleistet werden können, wenn die betroffene Person sich nicht selbst helfen kann oder die notwendige Unterstützung nicht durch vorrangige Dritte (zum Beispiel Familienangehörige oder Sozialversicherungsträger) erlangen kann.

Herauslösung der Eingliederungshilfe aus dem Sozialgesetzbuch XII:

Die Eingliederungshilfe wird bis zum Jahr 2020 vollständig aus der Sozialhilfe herausgelöst. Die neue Eingliederungshilfe wird in Teil 2 des neuen, dreiteiligen SGB IX geregelt.