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Angaben zum Forschungsprojekt

IP4: 'Sensorisch-affektive Interaktion und Körperwahrnehmung bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung' innerhalb der Klinischen Forschergruppe 256: 'Mechanismen der gestörten Emotionsverarbeitung bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung'

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) zeichnet sich durch eine veränderte Körperwahrnehmung aus, (z. B. eine verminderte Schmerzwahrnehmung), welche wiederum mit dem Dissoziationserleben und selbstverletzendem Verhalten in Zusammenhang steht. Es ist jedoch unklar, ob diese sensorischen Veränderungen, die insbesondere in aversiven affektiven Situationen auftreten, eine zentrale Ursache oder eine Konsequenz der Störung sind. Die Spezifität für das somatosensorische System und die Interaktion zwischen verschiedenen Modalitäten sowie der Zusammenhang zur gestörten Körperwahrnehmung wurden bislang nicht untersucht. Bei gesunden Personen ist ein weit verzweigtes neuronales Netzwerk, einschließlich parietaler und frontaler Regionen, für die Integration von visueller und somatosensorischer Information sowie für ein kohärentes Erleben des eigenen Körpers zuständig. Bei Patienten mit BPS scheint diese Integration jedoch in bestimmten Zuständen (wie z. B. der Dissoziation) gestört zu sein, weshalb von einer veränderten limbisch-frontalen-parietalen Interaktion ausgegangen werden kann. Unser Projekt zielt darauf, diese sensorischen Veränderungen durch klinische und neurophysiologische Korrelate zu spezifizieren. Insbesondere vermuten wir, dass sich die sensorischen Defizite auch auf andere aversive Stimuli beziehen und unter Stress und Dissoziation verstärkt sind. Um Aussagen treffen zu können, die sich spezifisch auf die BPS beziehen, schließen wir eine Vergleichsgruppe von Fibromyalgie-Patienten in die Studie ein. Diese Ergebnisse könnten den Weg zu neuartigen therapeutischen Ansätzen eröffnen, indem sie aufzeigen, ob und inwiefern sich sensorische Integration sowie die damit einhergehenden neurophysiologischen Veränderungen durch einfache Illusionsparadigmen verändern lassen.



Beginn:

01.04.2012


Abschluss:

31.12.2015


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit / Studie


Kostenträger:


Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)



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Abstract

IP4: "Sensory-affective interaction and body perception in patients with Borderline Personality Disorder” within the Clinical Research Unit 256: "Mechanisms of Disturbed Emotion Processing in Borderline Personality Disorder”

BPD is characterized by an altered perception of the body that includes sensory deficits, such as reduced pain perception, which are related to dissociation and self-injurious behavior. However, it is unknown if these alterations, which occur primarily in aversive affective situations, are a core variable or some type of coping behavior related to the disorder. The specificity for the somatosensory system, the interaction between various sensory modalities, and their relationship to impaired body perception have not yet been investigated. In healthy subjects, a widely distributed neuronal network involving parietal and frontal brain regions is responsible for the integration of multimodal inputs and for the creation of a coherent feeling of one's own body. In patients with BPD, this coherence might be impaired in some conditions (e.g., dissociative states) which suggests alterations in limbic-frontal interaction, as well as in interactions with parietal regions.
Our project aims at specifying the alterations in sensory perception of BPD patients and to identify clinical and neural correlates of these alterations. Specifically, we propose that the sensory perception deficits are not only related to noxious sensory stimuli and that these deficits are enhanced by stress and dissociation. To allow for disorderspecific conclusions, a group of patients with fibromyalgia will be included. The results might ultimately pave the way for novel therapeutic approaches by revealing if and how simple illusory setups might be able to alter somatosensory integration and associated brain activity.


Referenznummer:

R/FO125464


Informationsstand: 08.01.2013