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Angaben zum Forschungsprojekt

Partizipation von Menschen mit Behinderung im Aktionsbündnis Teilhabeforschung

Ausgangssituation:

Die Partizipation von Menschen mit Behinderung an Wissenschaft und Forschung wird an verschiedenen Stellen und auf verschiedenen Ebenen gewünscht und auch erwartet. Nicht zuletzt zeigt dies das Bundesteilhabegesetz. So ist der Beirat für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auch ein forschungsbegleitender Ausschuss und unterstützt das BMAS bei der Festlegung von Fragestellungen und Kriterien (BTHG § 86 (1) Satz 2).

Die sechs Mitglieder des Beirats, die von Behindertenverbänden vorgeschlagen und dann vom BMAS berufen wurden, werden nur dann gegenüber den übrigen 43 Mitgliedern bestehen, wenn ihre Vorschläge auch wissenschaftlich fundiert sind. Dasselbe gilt für die partizipativ geplanten Begleitforschungen und -gremien des BTHG-Prozesses insgesamt. Auch an der Weiterentwicklung der Teilhabeberichte werden Verbände der Menschen mit Behinderungen mehr und mehr beteiligt (BTHG § 88 (2)). Dafür wird es ebenfalls erforderlich, Vorschläge nicht nur politisch, sondern auch wissenschaftlich zu begründen.

Noch steckt die gewünschte Partizipation jedoch in den Kinderschuhen. Es gibt nicht nur zu wenig Teilhabeforschung, sondern auch zu wenig behinderte Menschen, die die Teilhabeforschung partizipativ mitgestalten und vertreten.

Ziele des Projekts:

Der DBSV möchte diese Situation in Kooperation mit dem Aktionsbündnis Teilhabeforschung ändern: Ziel ist es, die Mitarbeit behinderter Menschen an den Arbeitsgruppen des Aktionsbündnisses Teilhabeforschung zu befördern und den Kontakt zwischen Menschen mit Behinderung und Wissenschaftlern herzustellen.

Ziel des Aktionsbündnisses ist die Förderung von Teilhabeforschung, die der Verwirklichung von Selbstbestimmung, Teilhabe und Partizipation von Menschen mit Behinderungen verpflichtet ist.

Dieses Ziel soll erreicht werden durch
- das Bereitstellen von Wissen, das für eine inklusive Gesellschaft notwendig ist
- die Erarbeitung von Erkenntnissen für den Umgang mit Verschiedenheit in der Gesellschaft und für die umfassende und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
- die Untersuchung, Entwicklung, Gestaltung und Reflexion von Veränderungsprozessen im Umgang mit behinderten Menschen
- das Aufgreifen von Fragen aus der Praxis und das Vermitteln von Forschungsergebnissen in die Praxis
- die Eröffnung von Wegen zur partizipativen Forschung für Menschen mit Behinderung

Das Aktionsbündnis Teilhabeforschung organisiert seinen fachlichen Austausch in verschiedenen Arbeitsgruppen, die folgende Themen zum Schwerpunkt haben:

- Partizipative Forschung und Forschungsmethoden
- Teilhabeberichterstattung
- Forschung und Teilhabeforschung
- Begriffe und Theorien
- Internationale Vernetzung

Bisher sind in diesen Arbeitsgruppen nur vereinzelt Menschen mit Behinderung vertreten. Es hat sich herausgestellt, dass die Partizipation an diesen Fachgruppen nicht möglich ist aufgrund fehlender Barrierefreiheit. In der Koordinationsgruppe des Aktionsbündnisses Teilhabeforschung vertreten der DBSV und ISL - Interessensvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. den Deutschen Behindertenrat. Neben dieser strukturellen Verzahnung möchte der DBSV die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in die Aktivitäten des Aktionsbündnisses konkret befördern, indem umfassende Barrierefreiheit bei dessen Fachtreffen gewährleistet wird.

Übergeordnete Zielsetzung ist dabei, Menschen mit Behinderungen und ihre Verbände dafür zu interessieren, an wissenschaftlicher Arbeit und Forschung im Zusammenhang mit ihren Lebensverhältnissen mitzuwirken und sie zur Forschungsteilhabe zu befähigen. Das bedeutet, dass mehr Menschen mit Behinderung als bisher Forschungsthemen entwickeln, Forschungsprojekte anregen, Anforderung an Forschung formulieren, an Forschungsprojekten partizipieren, Ergebnisse von Forschungsprojekten diskutieren und die Ergebnisse für die eigene Arbeit nutzen können.

Als grundlegenden Schritt auf diesem Weg hat der DBSV das Ziel, den fachlichen Austausch im Aktionsbündnis Teilhabeforschung für Menschen mit Behinderung zu ermöglichen.

Dieses Ziel soll durch die Weiterentwicklung der Arbeitsgruppe "ExpertInnen in eigener Sache" erreicht werden. Um Menschen verschiedenster Behinderungen die Teilnahme zu ermöglichen, soll Barrierefreiheit umfänglich sichergestellt und die Teilnehmerzahl erhöht werden.

Zielgruppen:

Diese Arbeitsgruppe richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, die sich mit Forschungsfragen auseinandersetzen möchten.
Ziel ist es, dass die AG "ExpertInnen in eigener Sache" aus rund 25 bis 30 Personen besteht.

Maßnahmen:

- Organisation von drei AG-Treffen mit dem Ziel, die Arbeitsgruppe "ExpertInnen in eigener Sache" innerhalb des Aktionsbündnisses auszubauen und zu implementieren
- Sicherstellung von Barrierefreiheit bei drei Fachtreffen von WissenschaftlerInnen und ExpertInnen innerhalb der AG "Partizipative Forschung" im Aktionsbündnis
- Sicherstellung von Barrierefreiheit bei drei weiteren Fachtreffen in anderen AGs des Aktionsbündnisses
- Sicherstellung von Barrierefreiheit bei einer übergreifenden Fachtagung

Es handelt sich hierbei jeweils um Tagesveranstaltungen.

Um Menschen verschiedenster Behinderungen die Teilnahme so unkompliziert wie möglich zu gestalten, entstehen für die ersten drei AG-Treffen den Teilnehmern keinerlei Kosten. Um Menschen verschiedenster Behinderungen die Teilnahme zu ermöglichen, wird Barrierefreiheit umfänglich sichergestellt. Da die thematischen AGs wissenschaftsbezogen arbeiten, wird hier auf einfache Sprache bzw. Leichte Sprache verzichtet.

Folgende Fragen sollen bei den Fachtreffen beantwortet werden:
Wie können gemeinsame Forschungsvorhaben mit WissenschaftlerInnen mit und ohne Behinderung und interessierten Menschen mit Behinderung entstehen und durchgeführt werden? Wie können 'Betroffene' ihren gleichberechtigten Platz in partizipativer Teilhabeforschung finden und behaupten?

Ergebnisse und Wirksamkeit:

25 bis 30 Menschen mit Behinderung werden für die Mitarbeit im Aktionsbündnis Teilhabeforschung gewonnen und in diesen Bereich eingebunden. Sie wirken aktiv im Aktionsbündnis Teilhabeforschung mit; sie diskutieren, bringen sich ein und sind an der Gestaltung der Ergebnisse beteiligt. Sie haben die Gelegenheit, ihre Erwartungen an Teilhabeforschung, ihre Bedarfe und Bedürfnisse zu formulieren und sich mit behinderten und nicht behinderten Wissenschaftlern auszutauschen.

Beteiligung an Teilhabeforschung auf Augenhöhe erfordert Wissen, den Erfahrungsaustausch mit anderen ExpertInnen in eigener Sache und natürlich auch das nötige Selbstbewusstsein, um sich zu Forschungsthemen zu äußern. Durch die Teilnahme an der AG "ExpertInnen in eigener Sache" wird dieses Wissen vermittelt und eine Plattform des Austauschs geschaffen.

Nachhaltigkeit:

Die Teilnehmer der AG "ExpertInnen in eigener Sache" haben die Möglichkeit, weiterhin beim Aktionsbündnis Teilhabeforschung mitarbeiten und dessen zukünftige Arbeit mitzugestalten.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

01.01.2018


Abschluss:

31.12.2018


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
im Rahmen des Bundesprogramms zur Förderung der Partizipation von Menschen mit Behinderungen und ihrer Verbände an der Gestaltung öffentlicher Angelegenheiten (§ 19 BGG, Förderrichtlinie vom 26.10.2016)



Weitere Informationen


Abstract

Participation of persons with disabilities Action Alliance for Participation Research

Main objective of this project is to increase the participation of people with disabilities participate in research on participation. Therefore this project wants to encourage people with disabilities to participate in the different working groups of the Action Alliance for Participation Research, especially in the so called group "experts on one's own behalf” (ExpertInnen in eigener Sache), and to connect them to researchers.
For 2018 the following activities are planned:
- Organization of three meetings of the working group "experts on one's own behalf”
- Ensuring full accessibility of all meetings of researchers and experts within the working group "participation research”
- Ensuring full accessibility of three further meetings of other working groups of the Action Alliance
- Ensuring full accessibility to an interdisciplinary congress
At the meetings it will be discussed, how joint research projects of people with and without disabilities can be realized and how 'affected persons' can find and claim their equal place in participatory participation research.
Through these activities, more people with disabilities are to be recruited to participate in the Action Alliance for Participation Research and to be involved in this area.


Referenznummer:

R/FO125865


Informationsstand: 26.08.2019