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Angaben zum Forschungsprojekt

Epidemiologie psychischer Störungen bei Patienten mit chronischen somatischen Erkrankungen

Forschungsziele:

- Erfassung der Häufigkeit und Art psychischer Störungen bei Patienten mit somatischen Erkrankungen
- Analyse von Risikofaktoren komorbider psychischer Störungen
- Psychosoziale und gesundheitsökonomische Implikationen komorbider psychischer Störungen

Zusammenfassung:

Hintergrund:

Ein signifikanter Anteil von Patienten mit chronischen körperlichen Erkrankungen (z. B. mit Herzinfarkt, Rückenschmerzen, chronischer Bronchitis) weist eine komorbide psychische Störung auf. Repräsentative und generalisierbare Prävalenzraten komorbider psychischer Störungen fehlen jedoch bislang. Ziel dieses Projektes ist es, die Häufigkeit und Art komorbider psychischer Störungen von Patienten mit einer chronischen somatischen Erkrankung sowie die Auswirkungen zu untersuchen.
Design/Methodik:
Die Analyse basiert auf vorliegenden Datensätzen zweier großer epidemiologischer Studien: 1) dem 'Bundesgesundheitssurvey 1998' und 2) der Studie 'Epidemiologie psychischer Störungen in der medizinischen Rehabilitation'. Beide Studien verwendeten ein zweistufiges Querschnittsdesign (Screening mit Fragebogen und Interviews). Die Erfassung der somatischen Erkrankungen erfolgte über ärztlich gesicherte ICD-10-Diagnosen, die Erfassung psychischer Störungen über ein standardisiertes Interview (M-CIDI).

Ergebnisse:

Patienten mit einer somatischen Erkrankung weisen im Vergleich zu somatisch Gesunden aktuell (4-Wochen-Prävalenz) innerhalb eines Jahres und bzgl. der gesamten Lebensspanne ein 1 1/2-fach bis 2-fach erhöhtes Risiko für eine psychische Störung auf. Aktuell berichten 28,9% der somatisch erkrankten Patienten und 14,6% der somatisch Gesunden über eine psychische Störung. Innerhalb eines Jahres weisen 42,5% der somatisch Erkrankten und 25,0% der somatisch Gesunden eine komorbide psychische Störung auf, lebenszeitlich 54,8% bzw. 36,9%. Affektive Störungen, Angststörungen und somatoforme Störungen liegen am häufigsten vor. Die Prävalenzraten komorbider psychischer Störungen steigen stetig mit der Anzahl somatischer Erkrankungen. Bezogen auf die unterschiedlichen Zeitfenster weisen 33,6% (4 Wochen), 48,2% (12 Monate) und 60,0% ( Lebenszeit) der Patienten mit mehr als zwei somatischen Erkrankungen auch zumindest eine psychische Störung auf.

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse verdeutlichen den hohen Handlungsbedarf in der Versorgung von Patienten mit einer chronischen somatischen Erkrankung.
Fortführung:
Im weiteren Projektverlauf sind Untersuchungen zur Prävalenz komorbider psychischer Störungen bei spezifischen körperlichen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Adipositas) geplant. Des Weiteren werden Analysen zu Risikofaktoren, zu psychosozialen und gesundheitsökonomischen Implikationen komorbider psychischer Störungen folgen. Hierzu sind zwei Folgeprojekte beantragt: 1) 'Lebensqualität und Versorgungskosten von somatisch erkrankten Patienten mit komorbiden psychischen Störungen: Ein indakationsübergreifender Vergleich' (beantragt bei: Deutsche Forschunmgsgemeinschaft, DFG); 2) 'Metaanalyse zur Lebensqualität und Versorgungskosten von somatisch erkrankten Patienten mit komorbiden psychischen Störungen' (beantragt bei: Landesstiftung Baden-Württemberg)'.



Beginn:

01.01.2005


Abschluss:

31.12.2006


Art:

Eigenprojekt



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3297


Informationsstand: 04.03.2014