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Angaben zum Forschungsprojekt

Evaluation der Qualität von Prozessdaten in der beruflichen Rehabilitation am Beispiel der Werkstatt für seelisch behinderte Menschen - Pro Techna des ZmbR in Oldenburg

Hintergrund:

Seit Beginn der Psychiatriereform in den 70er Jahren wurden in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen/Behinderungen deutliche Veränderungen erzielt.
Die Vorlage der Psychiatrie-Enquete (1975) löste verstärkte Reformaktivitäten aus, unter anderem mit dem Ziel der Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Arbeit und Gesellschaft.

Ergänzend zur psychiatrischen Versorgung in Kliniken und ambulanten ärztlichen Praxen wurde ein System gemeindenaher Einrichtungen geschaffen, in denen neben der medizinischen und sozialen Rehabilitation die berufliche Rehabilitation eine entscheidende und bedeutende Rolle spielt. Arbeit sollte nicht mehr nur Mittel zur Therapie sein, die Bedeutung der Berufstätigkeit als integrativer Faktor für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit auch ihre wichtige Funktion für ein selbstbestimmtes Leben rückten in den Vordergrund. Dabei wurden sowohl Gesetzesgrundlagen geschaffen als auch Konzepte zur beruflichen Rehabilitation entwickelt, die den Wechsel von der Patienten- in die Arbeitnehmerrolle erleichtern und den besonderen Bedürfnissen psychisch kranker Menschen entsprechen sollten. Neben speziellen Einrichtungen wie den Berufsbildungs-, Berufsförderungswerken oder Beruflichen Trainingszentren (BTZ) kam auch den Werkstätten (WfbM) mit einer Ausrichtung auf die Bedürfnisse psychisch kranker Menschen eine neue Bedeutung zu.

Auch in Oldenburg entwickelte sich ab 1995 ein System komplementärer Einrichtungen
(ZmbR), zu dem eine Werkstatt ausschließlich für seelisch behinderte Menschen (Pro Techna) gehört.

Die Verknappung öffentlicher Mittel führte auch hier, wie in vielen anderen Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens, zu Vorgaben der Qualitätssicherung durch die Leistungsträger der Reha-Maßnahmen. Im 2001 in Kraft getretenen SGB IX wurden 'gemeinsame Empfehlungen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Leistungen' (Mrozynski 2002) durch die Rehabilitationsträger gesetzlich verankert.
Dementsprechend entwickelte sich auch im ZmbR ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem (QMS), 2005 erfolgte die Zertifizierung der Einrichtungen nach DIN EN ISO 9001: 2000.

Neben der Struktur- und Ergebnisqualität spielt bei der Qualitätssicherung auch die Prozessqualität eine entscheidende Rolle. Hiermit sind die 'Zielvereinbarungen und darauf gerichteten Arbeitsabläufe, einschließlich der Methoden, Verfahrensweisen und Beurteilungsschemata' (Mrozynski 2002, S.223) gemeint. Für die Festlegung und Verfolgung von Reha-Zielen 34 in der beruflichen Rehabilitation sowie deren Erreichung ist die Qualität dieser Prozessdaten, besonders in der Zusammenarbeit des multiprofessionellen Teams, von entscheidender Bedeutung.

Ziele:

Ziel des Projekts ist es, anhand einer Datenanalyse zu untersuchen, ob die Prozessdaten tatsächliche Kennwerte für die Qualität des Reha-Verlaufs sind. Dieses ist verbunden mit der Frage, was in einem beruflichen Rehabilitationsverlauf Qualität bedeutet bzw. welche Qualitätsmaßstäbe angelegt werden können. Weiter soll die Qualität der Steuerung des Reha-Prozesses anhand der Dokumentationsstruktur untersucht und auf Lücken in der Dokumentation des Reha-Verlaufs geprüft werden sowie ein Soll-Ist-Vergleiche im Hinblick auf die in der Dokumentation vorgefundenen Reha-Ziele durchgeführt werden.

Methode:

Im Rahmen des internen Qualitätsmanagements wird eine Datenanalyse durchgeführt, wobei die Daten deskriptiv ausgewertet und dargestellt werden.

Erwarteter Nutzen des Projekts:
Erwartet wird, dass die Ergebnisse der Untersuchung zu einer Qualitätsverbesserung im Umgang und in der Dokumentation von Prozessdaten im Reha-Verlauf führt und somit die Verfolgung von Reha-Zielen vereinfacht. Besonders auch im Hinblick auf neue, elektronische Dokumentationssysteme, die multiprofessionell genutzt werden können, könnten wichtige Erkenntnisse für den Umgang mit diesen Datensystemen gewonnen werden.



Beginn:

01.01.2008


Abschluss:

31.12.2009


Art:

Eigenprojekt



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3704


Informationsstand: 10.06.2013