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Angaben zum Praxisbeispiel

Beschäftigung von Mitarbeitern mit einer psychischen Erkrankung in der Inklusionsabteilung einer Wäscherei

Arbeitgeber:

Zum Dienstleistungsunternehmen gehört auch eine Wäscherei mit 150 Mitarbeitern, die täglich ca. 30 Tonnen Wäsche für 60 Krankenhäuser und 58 Altenheime reinigt. Bedingt durch die gute Auftragslage beabsichtigte das Unternehmen den Bereich bzw. die Abteilung für Trockenreinigung auszubauen. Da es für das Unternehmen schwierig war Personal zu finden, welches nicht bereits nach kurzer Zeit wegen der einfachen monotonen Tätigkeiten wieder das Unternehmen verlassen, suchte die Personalleitung den Kontakt zu einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), um dort das entsprechende Personal zu finden. Mit Hilfe der WfbM und eines Integrationsfachdienstes wurde eine Inklusionsabteilung gegründet. In der Inklusionsabteilung arbeiten 14 Mitarbeiter - davon stammen acht aus der WfbM.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter der Inklusionsabteilung:

Die Mitarbeiter sind psychisch erkrankt. Sie sollten behinderungsbedingt nur eingeschränkt für Tätigkeiten eingesetzt werden, die häufig wechseln und einen erhöhten Zeit-, Leistungs- sowie Verantwortungsdruck bedingen - also zu Stress-Situationen führen.

Ausbildung und Beruf:

Die Mitarbeiter waren vorher in einer WfbM beschäftigt, zu deren Aufgabe es auch gehört Menschen mit Behinderung für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu qualifizieren bzw. sie auf diesen zu platzieren. Vor der Festeinstellung wurde mit den Mitarbeitern eine vier- bis zwölfwöchige Arbeitserprobung in Form eines Praktikums durchgeführt, so konnten sie die Arbeitsbelastungen kennen lernen und der Arbeitgeber prüfen, ob die Kandidaten für die vorgesehenen Tätigkeiten in der Wäscherei eingesetzt werden können. Dabei wurden sie direkt am Arbeitsplatz durch einen Integrationsfachdienst betreut. Dies ermöglichte zu jeder Zeit eine Unterstützung bei beruflichen oder sozialen Problemen. Je nach Bedarf und persönlichen Voraussetzungen wurde eine Arbeitszeit zwischen vier bis acht Stunden pro Tag vereinbart.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Inklusionsabteilung mit ihren Arbeitsplätzen ist abgetrennt von der restlichen und lauten Wäscherei, um möglichst stressfreie Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Zusätzlich wurde eine Sackförder- und Sortieranlage installiert, die die Trockenwäsche automatisch transportiert. In Stoßzeiten verbreitet die von der Decke hängende Wäsche weniger Hektik als sich stauende Wäschekarren. Die Mitarbeiter werden nach Bedarf immer für die selben Tätigkeiten von den leitenden Angestellten bzw. Vorgesetzten eingesetzt, die von dem Integrationsfachdienst auf die Zusammenarbeit und evtl. auftretende Schwierigkeiten vorbereitet wurden. Die nach Bedarf eingesetzten Mitarbeiter kontrollieren zum Beispiel, ob Bettlaken, die aus dem Trockner kommen, sauber sind. Die Laken müssen anschließend gefaltet und abgezählt werden, um Krankenhäuser mit der richtigen Anzahl zu beliefern. Das Sortieren von Babywäsche nach Größe und das Eintüten von Bademänteln sind weitere Tätigkeiten, die von den Mitarbeitern der Inklusionsabteilung ausgeführt werden.

Förderung und Mitwirkung:

Die Gründung der Inklusionsabteilung wurde im Rahmen der übernommenen Regelförderung für Investitionszuschüsse (pro Arbeitsplatz) aus dem früheren Landesprogramm 'Integration unternehmen!' vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und Integrationsamt gefördert. Außerdem förderte das Integrationsamt die Sackförder- und Sortieranlage und es könnten Fördermittel im Rahmen des Budgets für Arbeit zum Übergang von der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt beantragt werden.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter.



Link:

Landesprogramm 'Integration unternehmen!' vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen



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Referenznummer:

Pb/110711



Informationsstand: 08.01.2018