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Angaben zum Praxisbeispiel

Minderleistungsausgleich und Betreuungsaufwandsentschädigung für einen gehbehinderten und depressiven Werkzeugmacher

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber produziert Treppen- sowie Podestanlagen und beabsichtigt einen schwerbehinderten Mitarbeiter zu kündigen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine linksbetonte Lähmungserscheinung, die zu einer zeitweisen Gehbehinderung führt. Er hat außerdem Gleichgewichtsstörungen und Depressionen, die medikamentös behandelt werden. Der Mann kann behinderungsbedingt keine Lasten manuell transportieren und in bestimmten Körperhaltungen (z. B. gebückt) arbeiten. Bedingt durch die Nebenwirkungen der Medikamente kommt es zu außerdem zu einer Verringerung der Merkfähigkeit.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitet als Werkzeugmacher beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Werkzeugbauabteilung der Firma befindet sich im Obergeschoss einer Werkhalle und ist für Personen nur über eine lange Treppe erreichbar. Alle Produktionsräume liegen hingegen im Erdgeschoss, so dass bei Werkzeugreparaturen oder beim Probelauf von neu erstellten Werkzeugen von den Werkzeugmachern häufig die Arbeitsplätze im Erdgeschoss aufgesucht werden müssen. Ersatzteile, Kleinmaterial und Handwerkzeuge werden hierzu von den Werkzeugmachern direkt mitgenommen.
Der Mitarbeiter ist aufgrund der vorliegenden Behinderungen nicht in der Lage, mehrmals am Tag bei gleichzeitigem Tragen von mittleren Gewichten, die Treppe zu überwinden. Weiterhin ist er nicht im Stande, Material aus dem Lager an seinen Werkbank-Arbeitsplatz zu transportieren oder mit schweren Teilen zu den im Werkstattraum verteilten Werkzeugmaschinen zu gehen. Die Einnahme der starken Medikamente führt außerdem zu einer schnellen Ermüdung und zu einer deutlichen Verminderung der Merkfähigkeit. Dies zeigt sich darin, dass der Mitarbeiter während der Bearbeitung eines Auftrages häufig Fragen stellt und ihm Zeichnungen erklärt und die Arbeitsweisen mehrfach erläutert werden müssen. Zusätzlich ist es notwendig, dass er während der Arbeitszeit häufig Pausen einlegt, um sich zu erholen. Selbst an der Werkbank benötigt der Werkzeugmacher Hilfe beim Aus- und Einspannen von schweren Werkstücken.

Behinderungsbedingt kommt es somit zu einer Minderleistung von 30% gegenüber seinen nichtbehinderten Kollegen. Um den Arbeitsplatz auch weiterhin zu erhalten, ist eine Betreuung des Werkzeugmachers durch den Vorarbeiter des Werkzeugbaus unerlässlich, da durch den Einsatz technischer Arbeitshilfen keine Verbesserung der Arbeitssituation erreicht werden kann.

Förderung:

Der Arbeitgeber erhält vom Integrationsamt einen monatlichen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich) und eine Betreuungsaufwandsentschädigung zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastungen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
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  • ERGOS - Tragen /
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  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
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Referenznummer:

R/PB2898



Informationsstand: 18.11.2008