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Angaben zum Praxisbeispiel

Minderleistungsausgleich für eine Produktionshelferin mit einer Psychose bei einem Zulieferer

Arbeitgeber:

Die Firma stellt Drahtwiderstände her und ist ausschließlich als Zulieferer für die Automobilindustrie tätig. Extrem hohe Stückzahlen, verbunden mit absoluter Fehlerfreiheit der Produkte und unbedingter Lieferbereitschaft zum festgelegten Zeitpunkt, haben zu einer Umstellung der gesamten Produktionsanlagen auf einen außergewöhnlich hohen Automatisierungsgrad geführt.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Psychose. Sie ist nur eingeschränkt psychisch belastbar, z. B. in Bezug auf Zeit/ Leistungsdruck und sich ständig ändernden Arbeitsabläufen. Sie sollte deshalb für strukturierte Tätigkeiten eingesetzt werden, bei denen es nur geringfügige Abweichungen im Ablauf gibt. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 80.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau ist gelernte Einzelhandelskauffrau und arbeitet seit einigen Jahren als Produktionshelferin bei ihrem Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Zuletzt wurde die Frau an einer Zementierungsanlage mit Hilfstätigkeiten, wie Sichtkontrolle und Abschütten der Widerstände von Steckbrettern in Transportkästen, eingesetzt. Dieser Arbeitsplatz wird durch Rationalisierungsmaßnahmen wegfallen.
Als geeignete einfache Tätigkeit bietet sich für die Mitarbeiterin das Stecken von Rasterverpackungen an. Hierbei handelt es sich um Transportverpackungen aus Kartonage, die vorgestanzt und vorgefalzt, aber aus Platzgründen flach auf Paletten angeliefert werden. Die Mitarbeiterin hat die Aufgabe die Kartons aufzustellen und die Trenngitter aus Pappe (Raster) in die Kartons zu legen. Durch die Trenngitter entstehen im Karton geschlossene Fächer, die Beschädigungen der verpackten Bauteile verhindern. Es handelt sich um relativ kleine Kartons, die leicht zu heben und zu tragen sind.
Behinderungsbedingt beträgt die Leistung ca. 40% gegenüber den nichtbehinderten Kollegen. Weitere Hilfsmittel zur Verbesserung der Leistung können nicht eingesetzt werden.

Förderung:

Der Arbeitgeber erhält vom Integrationsamt einen monatlichen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich) zum finanziellen Ausgleich der außergewöhnlichen Belastungen.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

R/PB4327



Informationsstand: 16.03.2009