Inhalt

in Praxisbeispielen blättern

  • Beispiel

Angaben zum Praxisbeispiel

Intergration von schwerbehinderten Menschen in ein Projekt zur Logistik und Lagerhaltung

Arbeitgeber:

Beim Unternehmen handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt zur Logistik und Lagerhaltung (LoLa) der Spastikerhilfe Berlin eG und der RehaVista GmbH, einer Vertriebsfirma für elektronische Kommunikationshilfen. Das Ziel des in Deutschland einmaligen Projektes ist die berufliche Eingliederung von schwerbehinderten Menschen, aus den Tagesförderstätten der Spastikerhilfe, außerhalb einer Einrichtung für behinderte Menschen. Das Projekt ist somit als Modell einzuordnen zwischen Tagesförderstätte, Werkstatt für behinderte Menschen und Unterstützter Beschäftigung (UB), indem die schwerbehinderten Mitarbeiter qualifiziert und gefördert werden, um eine Arbeitsleistung bzw. Dienstleistung für ein Unternehmen zu erbringen. Das Konzept des Projektes wurde von einem Diplom-Psychologen, der zu Beginn das Projekt auch leitete, erarbeitet. Bei der praktischen Umsetzung des Konzeptes halfen ihm drei Kolleginnen, die von Beruf Erzieherinnen sind. Die Basis des Konzeptes bildete bzw. bildet dabei das Prinzip der 'Unterstützten Beschäftigung' durch Arbeitsassistenz zur Unterweisung, Unterstützung und Betreuung.
Im Projekt arbeiten acht schwerbehinderte Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf, die die Lagerhaltung und den Vertrieb der elektronischen Kommunikationshilfen für die RehaVista GmbH mit Hilfe der drei Erzieherinnen zur Arbeitsassistenz übernehmen. Die drei Erzieherinnen sind nicht beim Projekt, sondern bei der Spastikerhilfe Berlin eG angestellt.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter:

Das Projekt ist ein gemeinschaftliches Modell für schwer körperbehinderte Menschen mit andauernden erhöhtem psychischen Unterstützungsbedarf und für nicht wesentlich körperbehinderte bzw. psychisch erkrankte Menschen mit noch andauerndem psychischen Unterstützungsbedarf. Die Mitarbeiter des Projektes sind deshalb auf die Nutzung von Hilfsmitteln und auf Betreuung bzw. Arbeitsassistenz angewiesen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Mitarbeiter arbeiten im EDV- und Lagerbereich des Projektes. Sie erhielten zunächst ein 'training on the job' am Arbeitsplatz, in dessen Rahmen ihnen die zur Erfüllung der Arbeitsaufgabe nötigen theoretischen (durch Unterweisung und Schulung) und praktischen (durch Arbeitstraining, Übung und Einarbeitung) Kenntnisse und Fertigkeiten von der Arbeitsassistenz vermittelt wurden.
Die im EDV-Bereich, von RehaVista mit einer Artikel-Nr., ankommenden Aufträge werden schriftlich (in Papierformat) von dort an den Lagerbereich geleitet. Jede Kommunikationshilfe besitzt eine Artikel-Nr. mit deren Hilfe sie im Lager gefunden oder einsortiert werden kann. Zur Vereinfachung für die Mitarbeiter wurde, anstelle der Artikel-Nr., ein System mit Symbolen entwickelt und eingeführt. Zu Beginn sucht deshalb die Arbeitsassistenz die entsprechende Karte mit den Symbolen für die zu versendende oder einzulagernde Kommunikationshilfe aus einem Ordner heraus und übergibt diese an eine behinderte Arbeitsperson (Bild 1 und 2). Im Anschluss daran sucht die Arbeitsperson, durch ständiges Vergleichen, nach den entsprechenden Symbolen auf den Regalen (Bild 3 und 4) und Kommunikationshilfen (Bild 5). Stimmen die Symbole überein, so wird die Kommunikationshilfe aus dem Regal entnommen und zum Packtisch getragen. Auf dem Packtisch wird dann ein Karton so gefaltet, dass er mit Schutzmaterial und dem eigentlichen Hilfsmittel gefüllt sowie die Rechnung für den Kunden hineingelegt werden kann (Bild 6). Abschließend wird das Paket, bevor es versandfertig ist, noch zugeklebt (Bild 7), mit der Adresse des Kunden versehen (Bild 8), gewogen (Bild 9) und das Gewicht auf das Paket geschrieben. Das Einlagern von Kommunikationshilfen erfolgt, wie beim Auslagern zum Versand, mit Hilfe von Symbolen nach dem identischen Prinzip. Bei allen Arbeitsabläufen kann, falls erforderlich, eine Arbeitsassistenz unterstützend und helfend in den Ablauf zur Bewältigung der Arbeitsaufgabe eingreifen.

Arbeitsumgebung:

Die Mitarbeiter leben in Wohngruppen. Ein Telebus fährt die Mitarbeiter von ihren Wohngruppen zur Arbeit und holt sie auch dort wieder ab. In manchen Städten wurde für schwerbehinderte Menschen, die am öffentlichen Personenverkehr nicht teilnehmen können, ein Beförderungssystem, genannt Telebus, eingerichtet, das einen so genannten Tür-zu-Tür-Verkehr ermöglicht. Telebusberechtigte haben die Möglichkeit, Telebusse, Teletaxen und ein Taxi-Konto-System in Anspruch zu nehmen.
Um ein barrierefreies Erreichen und Verlassen des Arbeitsplatzes für die drei Mitarbeiter im Rollstuhl zu gewährleisten, wurde eine Treppe vor dem Gebäude mit einer Rampe versehen.
Die Arbeit innerhalb des Projektes hat auch positive Auswirkungen auf das soziale und private Verhalten der Mitarbeiter. So neigt z. B. eine Mitarbeiterin nicht mehr dazu sich selbst körperlichen Schaden, in Form von Schneiden und Kratzen, zuzufügen. Der Publikumsverkehr, durch Paket- und Botendienste, hat z. B. dazu geführt, dass Ängste vor neuen Dingen und Personen abgebaut wurden. Auch hat sich das äußerliche Erscheinungsbild der Mitarbeiter verbessert, da sie wissen, dass sie ein Unternehmen repräsentieren sowie Kontakt zu fremden Personen (Boten usw.) haben und sie deshalb auch entsprechend gepflegt und gekleidet am Arbeitsplatz erscheinen müssen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die Spastikerhilfe stellt das Personal zur Unterstützung und Betreuung der schwerbehinderten Mitarbeiter zur Verfügung und übernimmt die Kosten für die behinderungsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze. RehaVista trägt die Kosten für die Räume und die Ausstattung der Arbeitsplätze mit Betriebsmitteln, wie sie auch nichtbehinderte Mitarbeiter zur Erfüllung ihrer Arbeitsaufgaben benötigen. Die Kosten für die Unterbringung in den Wohngruppen und der Lebensunterhalt wird vom Sozialamt der Stadt getragen.



Schlagworte und weitere Informationen

  • Arbeitgeber /
  • Arbeitnehmer /
  • Arbeitsassistenz /
  • Arbeitsaufgabe /
  • Arbeitsmittel /
  • Arbeitsorganisation /
  • Arbeitsplatzgestaltung /
  • Arbeitstempo /
  • Arbeitstraining /
  • Arbeitsweg /
  • Auffassung /
  • barrierefreie Gestaltung /
  • Barrierefreiheit /
  • Belastbarkeit /
  • berufliche Rehabilitation /
  • Berufsvorbereitung /
  • Betreuung /
  • Bewegungskoordination /
  • Bildschirmarbeit /
  • Bildschirmarbeitsplatz /
  • Büro /
  • Computer /
  • Dienstleistung /
  • EASTIN /
  • Einarbeitung /
  • Erwerbstätigkeit /
  • Fahrdienst /
  • Gehen /
  • Gehirn /
  • geistige Arbeit /
  • geistige Behinderung /
  • Handhabung /
  • Hilfsmittel /
  • Hirnschädigung /
  • Informationsabgabe /
  • Informationsaufnahme /
  • jpg /
  • Kommunikation /
  • Kommunikationshilfe /
  • Körperbelastung /
  • Körperhaltung /
  • Lager /
  • Lagerarbeiter /
  • Lagerung /
  • Lernen /
  • Lesen /
  • Logistik /
  • Merken /
  • Mobilität /
  • Mobilitätshilfe /
  • Motorik /
  • Motorische Störung /
  • Organisation /
  • Psyche /
  • psychische Belastbarkeit /
  • psychische Erkrankung /
  • Qualifizierung /
  • Rampe /
  • RehaVista GmbH /
  • Rollstuhl /
  • Rollstuhlfahrer /
  • Schreiben /
  • Selbständigkeit /
  • Sozialamt /
  • Spastik /
  • Spastikerhilfe Berlin eG /
  • Stehen /
  • Tagesförderstätte /
  • Teilhabe /
  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Unterstützte Beschäftigung /
  • Verkehrsmittel benutzen /
  • Verkehrsmittel benutzen /
  • Versand /
  • Vollzeitarbeit /
  • Waage /
  • Wohngruppe

  • EFL - Gehen /
  • EFL - Handkoordination (rechts/links) /
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit /
  • ERGOS - Laufen (Gehen) /
  • ERGOS - Stehen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • IMBA - Arbeitsplanung /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Ausdauer (psychisch) /
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit) /
  • IMBA - Gehen/Steigen /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Lesen /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Schreiben /
  • IMBA - Selbständigkeit /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - Verantwortung /
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen) /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem) /
  • MELBA - Arbeitsplanung /
  • MELBA - Auffassung /
  • MELBA - Ausdauer (psychisch) /
  • MELBA - Feinmotorik /
  • MELBA - Lernen/Merken /
  • MELBA - Lesen /
  • MELBA - Problemlösen /
  • MELBA - Schreiben /
  • MELBA - Selbständigkeit /
  • MELBA - Umstellung /
  • MELBA - Verantwortung /
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)


Referenznummer:

R/PB5211



Informationsstand: 11.07.2011